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Auftrieb und Flugsteuerung der Boeing 717-200

Mit einer Spannweite von 28,47 m bieten die Tragflächen den notwendigen Auftrieb für die Boeing 717. Der Tragflügel wurde nahezu ohne Veränderung von der DC-9-34 übernommen, der "Langstreckenversion" der DC-9-30.

Die Größe einer B717-Tragfläche beträgt 92,97 m².

Courtesy: Boeing

Die B717 verfügt über eine konventionelle Flugsteuerung mit je drei Spoilern pro Tragfläche und je einem Vorflügel über die gesamte Tragflächenvorderkante.

Die Spoiler, die sich auf der Tragflächenoberseite beider Tragflächen befinden und den Auftrieb vernichten, stellen sich erst dann zu ihrer 90 Grad Position auf, sobald je eines der vier Räder des Hauptfahrwerkes bei der Landung ein Minimum von xx? Umdrehungen erreicht hat oder ein Sensor meldet, daß das Fahrwerk mit den Flugzeuggewicht belastet wird. Die Luftbremsen vernichten nach dem Aufsetzen die Auftriebsenergie und zwingen die B717 förmlich auf die Piste. Das ist auch erwünscht und Zweck von Spoilern. Die Spoiler einer B717 haben sich als sehr wirksam erwiesen und können auch im Sinkflug teilweise aufgestellt werden. Ein Grund könnte zum Beispiel sein, daß die B717 auf eine geringere Geschwindigkeit gebracht werden muß, als im Gleitflug und Leerlauf erreicht werden kann. Zweifach geschlitzte, auf maximal 40 Grad ausfahrbare Landeklappen und je ein Grenzschichtzaun (Vortillon) pro Flügel zeichnen den Tragflügel einer B717 aus. Das wirkt schon altmodisch und wird auch als altmodisch betrachtet, aber ihre positive Wirkung auf den Luftstrom haben sie nicht verloren. Die Vorderkanten der Tragflächen können durch heiße, abgezapfte Triebwerksluft beheizt und damit enteist und/oder Eisansatz verhindert werden. An kritischen Stellen der Oberfläche einer Tragfläche bietet man bei der B717 zusätzliche Heizmatten an, damit sich kein Eis an „kalten Stellen“ bilden kann. Bei der B717 wurden im Vergleich zur MD-80 Verbesserungen eingeführt. So kann die Enteisung parallel (Tragflächenvorderkanten UND Leitwerkskanten) aufgeschaltet werden. Durch die Installation der Triebwerke am Heck ist die Tragfläche aerodynamisch sehr "sauber", da zum Beispiel die Landeklappen keinen Ausschnitt für den austretenden Schub der Triebwerke benötigen. Tragflächen, wie die einer B717 müssen und wurden aber stärker konzipiert, als Flügel mit Triebwerken, da der Biegemoment nicht durch schwere Triebwerke an den Tragflächen ausgeglichen werden kann.

Man sieht- fast alles ist ein Kompromiss. McDonnell Douglas bot diverse Möglichkeiten für die Erkennung von Kontamination der Tragflächen durch Eis an. So wählten einige Fluglinien je einen schwarzen Streifen, der sich von der Tragflächenvorderkante über die Tragfläche zog und visuell den Piloten helfen soll, eventuellen Eisansatz zu erkennen. Andere Betreiber wählten ein Verfahren, wo ein drei-eckiges markiertes Feld dort angebracht wurde, wo die "kalte Zone" der Tragfläche ist. Auch hier sollte es als Indikator für Eisansatz dienen. Es soll auch Entwicklungen geben, die elektrische Enteisungen der kalten Zonen durchführen. jedenfalls hörte ich mal davon, daß Delta Air Lines so ein System entwickelte und es auch einsetzt. Oftmals kann man trotz dieser Möglichkeiten Piloten sehen, die lieber einen Notausstieg öffnen und sich durch Handauflegen persönlich überzeugen, ob Eisansatz besteht oder nicht.

  Courtesy: McDonnell Douglas

Bei feuchter Witterung sieht man bei startenden und landenden Flugzeugen oftmals weiße Fahnen, die sich an den Tragflächenspitzen und Lande- und Vorflügelklappen bilden können.

Die Erklärung ist recht einfach:

Durch die Krümmung der Tragfläche und die Geschwindigkeit des Flugzeugs entsteht auf der Oberseite der u.a. eben genannten Zonen ein Unterdruck. Durch die Druckabnahme sinkt auch die Temperatur und sobald der Taupunkt erreicht ist, kondensiert der vorhandene Wasserdampf der Luft und die Fahnen werden sichtbar. Manchmal ist diese Erscheinung so intensiv, daß es mit dem Ablassen von Kerosin verwechselt wird (die B717 hat keine Vorrichtung dafür) oder beim Start die Tragflächen eines Flugzeugs größtenteils sogar unsichtbar werden.

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