




Flugdeck der Boeing 717-200
Das Cockpit der
B717 wurde im
Vergleich zum Vorgänger MD-80/-90 erheblich modernisiert und detailliert verfeinert.
Es gilt als sehr ruhig, für Flugzeuge dieser Kategorie sehr geräumig gestaltet. Alle Instrumente können von der
Besatzung leicht erreicht werden. Alle Bedienungselemente und Anzeigen sind so
angebracht, daß sie von den Piloten ohne Verrenkungen erreicht und bedient,
nicht verzerrt wahrgenommen werden und es so zu Missverständnissen kommen kann.
Die Anzahl an Anzeigen konnte durch den Einsatz von großen Bildschirmen
drastisch reduziert werden.

Courtesy: Boeing
Das Cockpit der
B717 wird als
ergonomisch gelungen beurteilt. Ziel der Menschenfreundlichkeit eines Cockpits
ist es, daß Mensch und Flugzeug harmonisch zusammen arbeiten können. Ergonomie
beschränkt sich nicht nur auf die eben erwähnten Positionierung der Instrumente
oder auf den Komfort der Sitze. Es schließt alle Aspekte des Informationsflusses
zwischen Maschine und Mensch ein. Die Piloten sollen so viele Informationen
erhalten wie nötig, aber keine eventuell ablenkende Informationen. Die dargestellten Informationen sollen
unmissverständlich gedeutet werden können. Die Position der Instrumente und
Bedienelemente sollte logisch, wichtige Warnleuchten im direkten Blickfeld des
Piloten sein. Ziel ist es, daß Piloten ihr Flugzeug gut verstehen und somit auch
richtig bedienen. Es ist allgemein üblich, daß zum Beispiel die Drehung eines
Knopfes im Uhrzeigersinn immer in einem größeren Wert resultiert,
Anzeigeinstrumente sind so ausgelegt, daß der Normalzustand immer auch einer
horizontalen Darstellung einer Anzeige oder einer Anzeigenadel (zum
Beispiel Variometer) entspricht. Grundsätzlich sollte die Auslegung des Cockpits
auch unter den verschiedensten Flugzeugtypen immer prinzipiell gleich sein. Die
gute Sichtbarkeit muß bei blendender Sonne genauso gut sein, wie bei Nacht oder
beim Durchflug von dunklen Wolken. Außerdem muß die Luftqualität gut sein, damit
Piloten nicht zusätzlich ermüden. Auch für die richtige Temperatur im Cockpit
sollte gesorgt werden, damit Piloten nicht in einer Sauna sitzen oder im
Gefrierschrank. Solche Extreme schränken logischerweise die Leistungsfähigkeit
ein.
Courtesy: ?
Im Vergleich zur A320-Familie
braucht das
Cockpit der B717 gar nicht zu scheuen. Zwischen den beiden Piloten befinden
sich die Hebel für die Triebwerksbedienung (Bewegung nach vorne bedeutet immer
mehr Schub), die Bedienung für die Vorflügel-/Landeklappen usw.. Hierbei sei
erwähnt, daß man schon früh darauf geachtet hat, daß die Hebel für die Bedienung
von Klappen und des Fahrwerks weit genug
auseinander positioniert sind, damit keine Verwechslung geschehen kann. Eine
B717 wird von zwei Piloten geflogen, ein dritter Beobachtersitz ist vorhanden.
Die Auslegung für zwei Piloten hat natürlich auch das Layout des B717-Cockpits
entscheidend beeinflusst.
Zahlreiche Bereiche der Cockpitinstrumentierung wurden gegenüber früheren
Modellen von McDonnell Douglas drastisch überarbeitet und in vielen Bereichen
kam völlig neue Avionik zum Einsatz.

Auch hier sieht man, wie sich der
technische Standard gegenüber der MD-80-Serie erheblich erhöht hat. Das Cockpit
wirkt aber dennoch angenehm und besticht durch einfaches, formschönes Design.
Das Foto zeigt das Cockpit einer Boeing 717 der spanischen AeBal (Spanair Link).
Courtesy: Antonio Carrasquilla -
Iberian Spotters
Die
Wartung der Cockpitinstrumente wurde mit der Zeit weiter vereinfacht und
verbessert. Das
B717-Cockpit wurde auch im Hinblick auf eine Verringerung der Arbeitsbelastung
konzipiert. Das endgültige Design
des B717-Cockpits ist u.a. auf AirTran zurückzuführen. Hätte sich seinerzeit
SAS mit ihren Vorstellungen durchgesetzt, dann wäre das Cockpit der MD-95 sehr
konventionell gewesen. SAS wollte im Grunde "nur" die moderne Version des
MD-80-Cockpits. Damit wollte SAS eine hohe Baugleichheit auch im Cockpit. Da SAS sich
bekanntlich spektakulär gegen die MD-95 entschied, konnte McDonnell Douglas mehr
oder weniger auf die Wünsche anderer Kunden hören. So sollte beim Launch
der MD-95 durch ValuJet Airlines, die Auslegung des Cockpits dem der MD-90
entsprechen. Auch dies ging einigen Fluglinien nicht weit genug. Als die MD-95 in den
Händen von Boeing war und als B717 fortgesetzt wurde, entschied sich Boeing nach
Absprache mit diversen Fluggesellschaften für eine drastische Überarbeitung des
Flugdecks. Sechs große
Liquid-Kristall-Displays sollten das Cockpit fortan dominieren und die Piloten
mit allen relevanten Informationen versorgen. dazu gehört natürlich die
Navigation, ein FMS und die Anzeigen für die Triebwerke. Das
Cockpit der B717 besticht durch diese sechs 20cm x 20cm große LCD-Bildschirme.
Das gesamte Flugdeck wirkt sehr aufgeräumt und es fehlen die typischen
Rundinstrumente ,wie sie z.B. bei der MD-80 teilweise noch üblich sind.
Dadurch wurden viele
analoge Instrumente überflüssig und das Cockpit macht selbst auf Laien einen
sehr ausgeräumten Eindruck. Zwei GPS und zwei IRS
(Inertial Reference System) sorgen dafür, daß die Position der B717 sehr exakt
ist. Ein
Windscher-Erkennungssystem ist ebenso Standard, wie ein stark verbessertes
Bodenwarnsystem (EGPWS) und die B717 kann nach Kategorie IIIa Landungen
durchführen. Optional kann die B717 auch für Kategorie IIIb hochgerüstet werden. Zahlreiche Piloten
vieler Fluglinien arbeiteten am Design des Cockpits der B717. Das Overhead-Panel
wurde im Vergleich zur MD-80 erheblich vereinfacht und der technischen
Entwicklung angepasst. Auch hier ersetzten Flüssigkristall-Bildschirme analoge
Instrumente, alleine hier 13! Bordcomputer der B717
sollen in der Lage sein, automatisch unter bestimmten Geschwindigkeitsstufen
Landeklappen zu setzen und auch nahezu automatisch Landungen durchzuführen. Mittlerweile können
Piloten völlig auf die Justierung der Triebwerksleistung verzichten. Vom Start
bis zur Landung regelt ein Schubrechner die Leistung und stellt auch für jede
Phase den erforderlichen Schub ein. So eine Technik schont natürlich Triebwerke
enorm, versucht immer wirtschaftlich zu arbeiten.
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