


Cockpitfenster der MD-80-Serie
Die
Windschutzscheiben einer MD-80 bestehen aus hochfestem, entspiegelten und
verzerrungsfreiem Acrylglas. Jede MD-80 verfügt über neun Cockpitfenster. Zwei
dieser Fenster sind als „Augenbrauenfenster“ bekannt, denn sie unterstützen das
typische sympathische Gesicht der MD-80. Diese
beiden Fenster befinden sich oberhalb der anderen Cockpitscheiben und waren
einst von der US-Luftfahrtbehörde FAA vorgeschrieben, da diese Fenster bei
Notsinkflügen und steilen Kurven für eine bessere Sicht für die Piloten sorgen
sollten.
Mittlerweile sind diese Fenster (und die Anforderung) überflüssig geworden und
oftmals sieht man, daß Cockpitbesatzungen die oberen Augenbrauenfenster mit
Safetycards oder anderen Materialien zustopfen, damit die Sonne nicht so ins
Cockpit scheinen und dadurch blenden kann. Die vorderen Cockpitfenster sind 38
Millimeter dick.
Alitalia MD-82/ Courtesy:
Alitalia
Bei der
MD-80 verfügen diese Fenster über zwei Heizkreise, die einerseits die Fenster
gegen Versprödung bei tiefen Temperaturen schützen und Beschlag entgegenwirken.
Unter keinen Umständen dürfen Cockpitfenster beschlagen. Windschutzscheiben
müssen im Flugbetrieb auch unter normalen Bedingungen extreme
Temperaturunterschiede verkraften, dürfen aber aus diesem Grund keine
zerstörerischen Spannungen aufbauen und bersten. Durch beheizte Scheiben im
Reiseflug wird der Gefahr entgegnet und es erscheint auch logisch, daß der
Druck durch den Fahrtwind enorm ist. Mir ist aber nicht bekannt, daß eine
Cockpitscheibe bei einer MD-80 jemals im Reiseflug vollständig zerbrochen ist. Risse treten (wie bei
Konkurrenzmodellen) selten auf und falls es passiert, dann muss die Reiseflughöhe
reduziert werden und auch die Reisegeschwindigkeit. Die betroffene Scheibe muss
aber vor dem nächsten Einsatz ausgetauscht werden. Die
drei vordersten Cockpitscheiben werden beheizt und gegen Beschlag geschützt.
Die anderen Fenster werden ebenfalls durch Heizdrähte vor Beschlag geschützt,
damit Piloten gute Sicht haben. Cockpitscheiben sind sehr teuer, dürfen keine Kratzer haben oder Defekte, die
sich im Flugbetrieb negativ auf die Sicherheit auswirken könnten. Zwei
Hochleistungs-Scheibenwischer sorgen bei Regenwetter für eine ausreichend gute
Sicht für die Cockpitbesatzung. Die Besatzung kann hier zwei Stufen wählen. Die
Wischblätter werden mit überaus hohem Druck an die Scheiben gepresst, da sie bei
höherem Fahrtwind nicht flattern oder gar abheben dürfen. Unter
Starkregen-Bedingungen kann die Cockpitbesatzung auf ein "Rain-Repellent-System"
zurückgreifen, falls die Wischblätter nur noch mit Mühe die Wassermassen
wegschieben können. Zwei
Düsen spritzen dann auf Wunsch eine chemische Flüssigkeit unter hohem Druck auf
die Cockpitscheiben von Pilot und Co-Pilot und es entsteht ein wasserabstoßender Film, der auch unter schlimmsten Bedingungen etwa für 10 Min. für
klare Sicht sorgt. Es
handelt sich aber NICHT um eine (z.B. von Autos bekannte) Scheibenwaschanlage,
denn dieses System darf bei trockenen Scheiben nicht angewendet werden. Es
würden nur Schlieren entstehen und die Sicht beeinträchtigt werden. Das ist
nicht vorteilhaft.

Courtesy: Aero Lloyd

Originalabzug freundlicherweise von Austrian
Airlines (Austrian) erhalten/ Courtesy: Austrian Airlines


Oben: Dieses Foto wurde
mir zugesendet und zeigt den vorderen Bereich der jüngsten MD-83 von Aero Lloyd
in München. Man kann sehr gut die Pitotrohre unter den Cockpitfenstern sehen,
aber auch die beiden geöffneten Frachträume und die geöffnete Einstiegstür.
Courtesy: Aero Lloyd

Courtesy: Tim Perkins
Swissair MD-81/Courtesy:
Swissair
Courtesy: Rui Alves

1:100-Modell
einer MD-87/Courtesy: Iberia
Courtesy:
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