Die
Windschutzscheiben einer B717 bestehen aus hochfestem, entspiegelten und
verzerrungsfreiem Acrylglas. Jede B717 verfügt über neun Cockpitfenster. Zwei
dieser Fenster sind als „Augenbrauenfenster“ bekannt, denn sie unterstützen das
typische sympathische Gesicht der B717.
Courtesy: Boeing
Ohne Augenbrauenfenster/Courtesy:
Michael Carter
Diese
beiden Fenster befinden sich oberhalb der anderen Cockpitscheiben und waren
einst von der US-Luftfahrtbehörde FAA vorgeschrieben, da diese Fenster bei
Notsinkflügen und steilen Kurven für eine bessere Sicht für die Piloten sorgen
sollten. Mittlerweile sind diese Fenster (und die Anforderung) überflüssig
geworden und oftmals sieht man, daß Cockpitbesatzungen die oberen
Augenbrauenfenster mit Safetycards oder anderen Materialien zustopfen, damit die
Sonne nicht so ins Cockpit scheinen kann. Aus diesem Grunde sah Boeing hier eine
weitere Einsparungsmaßnahme und fortan werden B717 ohne Augenbrauenfenster
ausgeliefert. Die erste B717 ohne Augenbrauenfenster (Baulos 5110) wurde an
AirTran ausgeliefert. Die
vorderen Cockpitfenster sind 38 Millimeter dick. Bei der
B717 verfügen diese Fenster über zwei Heizkreise, die einerseits die Fenster
gegen Versprödung bei tiefen Temperaturen schützen und Beschlag entgegenwirken.
Unter keinen Umständen dürfen Cockpitfenster beschlagen. Windschutzscheiben müssen im Flugbetrieb auch unter normalen Bedingungen extreme
Temperaturunterschiede verkraften, dürfen aber aus diesem Grund keine
zerstörerischen Spannungen aufbauen und bersten. Durch beheizte Scheiben im
Reiseflug, wird der Gefahr entgegnet und er erscheint auch logisch, daß der
Druck durch den Fahrtwind enorm ist. Mir ist aber nicht bekannt, daß eine
Cockpitscheibe bei einer B717 jemals im Reiseflug vollständig zerbrochen ist. Risse treten (wie bei
Konkurrenzmodellen) selten auf und falls es passiert, dann muß die Reiseflughöhe
reduziert werden und auch die Reisegeschwindigkeit. Die
drei vordersten Cockpitscheiben werden beheizt und gegen Beschlag geschützt.
Die anderen Fenster werden ebenfalls durch Heizdrähte vor Beschlag geschützt,
damit Piloten gute Sicht haben. Cockpitscheiben sind sehr teuer, dürfen keine Kratzer haben oder Defekte, die
sich im Flugbetrieb negativ auf die Sicherheit auswirken könnten. Zwei
Hochleistungs-Scheibenwischer sorgen bei Regenwetter für eine ausreichend gute
Sicht für die Cockpitbesatzung. Die Besatzung kann hier zwei Stufen wählen. Die
Wischblätter werden mit überaus hohem Druck an die Scheiben gepresst, da sie bei
höherem Fahrtwind nicht flattern oder gar abheben dürfen. Unter
Starkregen-Bedingungen kann die Cockpitbesatzung auf ein "Rain-Repellent-System"
zurückgreifen, falls die Wischblätter nur noch mit Mühe die Wassermassen
wegschieben können.
Zwei
Düsen spritzen dann auf Wunsch eine chemische Flüssigkeit unter hohem Druck auf
die Cockpitscheiben von Pilot und Co-Pilot und es entsteht ein wasserabstoßender Film, der auch unter schlimmsten Bedingungen etwa für 10 Min für
klare Sicht sorgt. Es
handelt sich aber NICHT um eine (von z.B. Autos bekannte) Scheibenwaschanlage,
denn dieses System darf bei trockenen Scheiben nicht angewendet werden. Es
würden nur Schlieren entstehen und die Sicht beeinträchtigt werden. Das ist
nicht vorteilhaft.
Courtesy: Boeing
Bei der Montage von
Cockpitfenstern muß man peinlichst darauf achten, daß keine Kratzer verursacht
werden. Darum sind die Fenster auch mit einer Schutzfolie überzogen. Falls doch
ein Schaden auftritt, dann muß die (sehr teure) Scheibe ausgetauscht werden.
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