




MD90-30 im klassischen
Farbschema/Courtesy
and Copyright: md80design
Delta Air Lines ist mit 16 MD-90 zusammen mit JAS der zweigrößte Betreiber
der MD-90 weltweit. Die seinerzeit gefällte Entscheidung von Delta, ihre
noch ausstehenden 15 Bestellungen und 119 Optionen nicht einzulösen, hat mit
dazu beigetragen, dass das MD-90-Programm im Zuge der "Fusion" von Boeing
und McDonnell Douglas vorzeitig eingestellt wurde.
Erstkunde der MD-90
Delta Air
Lines bestellte als erster
Kunde 31 MD90-30 und vereinbarte 119 Optionen und es war die Delta Air
Lines, die dem Hersteller McDonnell Douglas entscheidende Eckdaten und
Forderungen unterbreitete. Die MD-90 sollte eine mit
neuen Triebwerken ausgestattete MD-88 und dabei den Anforderungen der
Zukunft besser gewachsen sein. Delta Air Lines
präsentierte dem Hersteller eine Liste mit 10 Punkten; diese Liste
beschrieb die Punkte, die die Zuverlässigkeit der MD-88-Flotte
beeinträchtigte. Die Fluggesellschaft
bezeichnete zu diesem Zeitpunkt ihre MD-88-Flotte als zuverlässigsten
Flugzeugtyp ihrer riesigen Flotte.
Courtesy: McDonnell
Douglas
Courtesy: McDonnell
Douglas
Die Liste konnte sehr schnell abgearbeitet werden und das Team wandte sich
dem Cockpit zu. Delta wollte zwar modernste Elemente in das neue Cockpit
einarbeiten, hat aber darauf bestanden, daß ein MD-88-Pilot generell auch
die MD-90 steuern kann. Hier sollte nur ein zweitägiges Seminar auf die
Unterschiede aufmerksam machen.

"Die MD-90 ist ein
Flugzeug, daß für die Zukunft von Delta konzipiert wurde."
(Ronald W Allan, CEO der
Delta Air Lines)
Viele Elemente wurden von der MD-88 übernommen und dieser Fakt erklärt
teilweise auch, daß die MD-90 keinen wirklichen technologischen Sprung weg
von der MD-80, hin zu einer neuen Generation gelungen ist. Die MD-90 ist das
leiseste Flugzeug ihrer Klasse. Die Kombination aus IAE V2500-Antrieb und
Flugzeugdesign verringert den Lärmteppich enorm, denn hier zeigte sich, daß
die Anbringung des Antriebs an das Heck zu einer weiteren
Lärmreduzierung geführt hat. Delta Air Lines führte am 01.04.1995 den ersten
Linienflug einer MD90-30 durch und dieser führte von Dallas Fort/Worth nach
New York/Newark und ersetze eine ansonsten planmäßig eingesetzte MD-88.

MD-90 bewährt sich und Monate später dann doch nicht
Nach Aussage von Delta
bewährte sich die MD-90 und hätte sogar eine noch bessere
Leistungsperformance und wäre noch leiser als erwartet. Wenige Monate nach
dieser Aussage wurde bekannt, daß Delta mit ihren ausgelieferten MD-90
"überhaupt nicht zufrieden sei" und als kurzfristigen Ersatz den Einsatz von
A320 evaluiert. Nur wenige Monate später gab Delta dann ihre Bestellung für
737-800 bekannt und die Auslieferung der fest bestellten und optionierten
MD-90 wurde gestoppt - zu diesem Zeitpunkt war McDonnell Douglas schon ein
Übernahmekandidat von Boeing gewesen. Ganze 16 MD90-30 kamen zur
Auslieferung und die einst in ENGER ZUSAMMENARBEIT entwickelte MD-90
mutierte zu einem Stiefmutter-Dasein.
Massive Kritik an der Zuverlässigkeit
Das Muster wurde intervallartig in vielen Aspekten kritisiert, mit der Zeit
ebbte dann die Kritik langsam ab. Dennoch darf man annehmen, dass die
tatsächlichen Probleme in der Einführungsphase und frühen Einsatzzeit dem
MD-90-Programm rückblickend zusätzlich aus Image- und Marketingsicht sehr
schadeten. Die McDonnell Douglas MD-90 erntete sogar einen bösen Spitznamen:
"MD-90" stand zeitweise für "Minimum
Delay:
90
Minutes". Die Zuverlässigkeit litt durch Probleme mit neuen technischen
Komponenten und Navigationssystemen, durch Probleme beim Ablauf der
Bodenabfertigung etc.. Zusätzlich wurde vielfach die gegenüber der A320 und
737-800 zu geringe Reichweite kritisiert. Es sei hier angemerkt, dass
McDonnell Douglas die Reichweite der MD-90 auf Wunsch von Delta
"optimierte".

MD90-30 in der nur recht kurz
gültigen Bemalung Mitte der 90er Jahre/Courtesy
and Copyright: md80design

Zu geringe Reichweite
Delta soll als Beispielroute Atlanta - Los Angeles herangezogen haben - eine
Strecke, die eine MD-90 unter nahezu allen Umständen problemlos bedienen
kann. Zunehmend entstand aber das Bild, dass US-Linien nahezu alle eine
transkontinentale Reichweite von US-Küste zu US-Küste benötigten. Hier
hatten die A320 und die 737-800 offensichtlich Vorteile. Die letztlich
gegenüber der direkten Konkurrenz zu geringe Reichweite sollte sich als
entscheidender Nachteile herausstellen und Hauptfaktor soll der faktisch
gegenüber der MD-80 unveränderte Tragflügel gewesen sein. Die Tragflächen
der MD-90 sind aerodynamisch derart ausgereizt und waren eher eine
finanzielle Sparmaßnahme der alternativen Möglichkeit, einen modifizierten
Tragflügel für die MD-90 zu entwickeln. McDonnell Douglas war rückblickend
entweder finanziell nicht mehr in der Lage, in einen neuen Tragflügel zu
investieren, war möglicherweise davon überzeugt, dass eine neue Tragfläche
nicht ausreichend Vorteile bringen und somit es keine Rechtfertigung für
diese Entwicklung gäbe oder den Hersteller verließ der eigene Glaube an ein
für sich genommen dann letztlich "gutes Flugzeug".

Steigende Zufriedenheit und Lärmarmut bieten Vorteile
Es
gibt hinreichende Indizien, dass die Zuverlässigkeit der MD-90 auf ein
akzeptables Niveau stieg und sich dann die MD-90 bei Delta zunehmend
bewährte und später sogar sehr gut bewähren sollte. Delta nutzte fortan die
hohe Leistungsfähigkeit und hervorragende Lärmarmut der MD-90, um ab Salt
Lake City ihre Dienste anzubieten. Speziell ab Salt Lake City musste Delta
feststellen, dass die bis dahin u.a. eingesetzten MD-88 an heißen
Sommertagen nur mit starken Nutzlastbeschränkungen eingesetzt werden
konnten. Die MD-90 bot und bietet hier bessere Leistungsreserven und
ermöglichen der Fluggesellschaft zusätzlich, Ziele in Kalifornien
anzubieten, die strengsten Lärmauflagen unterliegen. Die Lärmarmut der MD-90
ermöglicht Delta, ab bestimmten Flughäfen ohne Probleme zu operieren und
sogar zusätzliche Slots zu erhalten, gerade weil die MD-90 einen so geringen
Lärmteppich erzeugt. Selbst die neue 737NG generiert mehr Probleme als die
MD-90 und Delta profitiert seit einigen Jahren mit ihren MD-90 in diesem
speziellen Bereich.
Im aktuellen Farbkleid/Courtesy: Michael Carter

Kleine Flotte erzeugt hohe
Kosten, aber Verkauf war keine Alternative
Die
kleine Teilflotte von nur 16 MD-90 erzeugt durch ihre zu vernachlässigende
Größe unverhältnismäßig hohe Kosten. tatsächlich soll die MD-90 das teuerste
Flugzeugmuster der Delta sein, wobei sich diese Aussage weniger auf den
Betrieb der MD-90, sondern auf den Unterhalt dieser kleinen Teilflotte
bezieht. Aus diesem Grunde standen die MD-90 schon spätestens ab 1998/99
immer wieder zur Diskussion und Gerüchte kursierten, dass die MD-90-Flotte
aus Kostengründen die Flotte von Delta verlassen sollten. Da Delta aber ihre
MD-90 erworben hat und besitzt, war eine Rückgabe an einen Leasinggeber
nicht möglich und ein Verkauf der MD-90 war finanziell nicht sinnvoll, da
dies für Delta ein sehr großes Verlustgeschäft gewesen wäre. Somit blieben
die MD-90 trotz aller Unkenrufe weiterhin in der Flotte - immer wieder durch
Gerüchte einer Ausmusterung unterlegt.

Ausbau der MD-90-Flotte?
This article documents a current event.Information may
change rapidly as the event progresses.
Im April 2007 taucht eine Meldung
auf, die aufhorchen lässt:
Ein Sprecher/Manager der Delta Air Lines soll
in einem Interview gesagt haben, dass Delta mit "einer ausländischen
Fluggesellschaft den Tausch einiger 50-Sitzer (Regionaljets) für weitere
MD-90-Flugzeuge" verhandelt.
"Yes, Delta is in discussions with a
foreign carrier to swap some of our 50 seaters for additional MD-90 aircraft."
Source: unknown Newsletter
Als mögliche Quellen werden China Southern
Airlines und Japan Airlines genannt. Eine neues Farbschema wurde am 30.04.07
vorgestellt:

Absichtserklärung für neun
weitere MD-90?
Am 14.11.2007 taucht eine Meldung im Internet
im Zusammenhang mit einem Ausbau der MD-90-Flotte um neun weitere Flugzeuge auf.
Bisher unbestätigt hat Delta Air Lines möglicherweise eine
Absichtserklärung für neun MD-90 unterzeichnet. Falls sich diese Meldung
bestätigt, würde die Flotte von 16 auf 25 MD-90 anwachsen. Auch ist die Quelle
für die möglichen MD-90 ist bisher nicht bekannt. Möglich wären u.a. die
chinesischen Fluggesellschaften China Southern Airlines (13) und China Eastern
Airlines (9), aber auch denkbar JAL, die noch 16 MD-90 einsetzt.
(China Eastern Airlines würde auf einen Schlag ihre relativ kleine MD-90-Flotte
verabschieden).
Alle neun MD-90 von China
Eastern werden übernommen
Leider noch immer unbestätigt
existieren neueste Meldungen, dass die gesamte MD-90-Flotte von China
Eastern Airlines ein neues Zuhause bei Delta Air Lines finden wird und
dieser "Deal unterzeichnet" sei. Verwiesen wird auf "höhere Mitarbeiter"
von Delta Air Lines und es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass der Deal
sicher sei und es sich um genau diese neun MD-90 aus der VR China handelt.
Die Delta MD-90-Flotte wird somit auf 25 Flugzeuge anwachsen und China
Eastern Airlines werden auf einen Schlag ihre gesamte MD-90-Flotte
ausmustern können.
Weiter wird spekuliert, ob Delta Air
Lines möglicherweise auch Interesse an den MD-90 von China Southern
Airlines und Lion Air bekunden könnte.

MD-90-Seatingchart:


Delta ist der
größte
Betreiber der MD-88. Für weitere Informationen, klicke bitte auf das Logo:




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