




Einsatzprofil der McDonnell
Douglas MD-80
Die McDonnell Douglas MD-80 ist ein Kurz- und Mittelstreckenflugzeug und für
somit für solche Flüge ausgelegt und konzipiert worden. Durch leistungsstärkere
Versionen entwickelte die MD-80 aber auch die Fähigkeit, längere Strecken ohne
Probleme durchzuführen. Die Auslegung als Kurz- und Mittelstreckenflugzeug hat
enorme Vorteile beim Einsatz der MD-80 auf solchen Routen und deshalb kann man
behaupten, daß die MD-80 nicht die idealen Vorraussetzungen für sehr lange
Strecken hat, da zum Beispiel der Tragflügel so optimiert wurde, daß die Start-
und Landeeigenschaften hervorragend und somit mehr oder weniger automatisch die
Flügel "nicht für Langstrecken" ausgelegt sind. Diese Optimierung erscheint sehr
logisch und es zeigt sich auch im Einsatz, daß die MD-80 sehr gut als Kurz- und
Mittelstreckenflugzeug eingesetzt werden kann. Jeder Betreiber hat eigene
Maßstäbe und interne Anforderungen bei der MD-80. Darum kann
ich nur allgemein auf das Einsatzprofil
der MD-80 eingehen. Die
MD-80 ist als Passagierflugzeug so ausgelegt, daß es unter allen
Wetterbedingungen (es gibt natürlich allgemeine Wetter-Minima) zuverlässig und
wirtschaftlich eingesetzt werden kann.
Auf
kürzeren Flügen gilt die Reiseflughöhe von 33 000 ft als optimal. Die
wirtschaftlichste Reiseflughöhe liegt bei 35 000 - 37 000 ft. Die
maximale Reiseflughöhe liegt bei 37 000 ft. Die
wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit liegt je nach Streckenlänge, Streckenprofil
und "Cruise technique" bei M 0.74 bis M 0.78. Die maximale Reisegeschwindigkeit
liegt bei M 0.82. Die maximale Fluggeschwindigkeit soll bei M 0.84 liegen. Die Beschleunigung einer MD-80 wird als
sehr gut beschrieben und die Leistungsreserven geben Piloten oftmals ein gutes
Gefühl. Eine MD-80 kann (falls die Bedingungen stimmen) mit enormer
Anfangs-Steigrate in den Himmel steigen. Steigraten von 20° sind üblich, bei nur
schwach beladenen MD-80 sind auch Steigflüge mit über 20° nicht selten. Ich habe
gelesen, daß sogar Anfangssteigraten von 5000 ft (!) pro Minute ohne Risiko für
die Passagiere bei leicht beladenen MD-80 möglich sind. Wie jedes zweistrahlige Flugzeug,
bietet auch die MD-80 einen enormen Leistungsüberschuss, da eine MD-80 auch bei
Ausfall eines Triebwerks nach V 1 sicher abheben muß. Bei Flugzeugen mit Hecktriebwerken
entsteht bei einem Triebwerksausfall ein geringeres asymmetrisches Moment als
bei Flugzeugen mit Triebwerken an den Tragflügeln. Piloten können bei so einem
Zwischenfall mit weniger Kraftaufwand ihre MD-80 im Geradeausflug halten und
außerdem konnte das Leitwerk etwas kleiner konstruiert werden, als bei der 737
oder A320. Auf sehr kurzen Flügen befinden sich
Flugzeuge (wenn überhaupt) nur wenige Minuten im Reiseflug. Den deutlich
größeren Anteil verbringen diese Flugzeuge im Steig - und Sinkflug. Der durch den
mit steigender Flughöhe, geringere Luftwiderstand reduziert aber den
Treibstoffverbrauch beträchtlich. So lohnt es sich oftmals auch auf Kurzstreckenflügen, möglichst eine annehmbare, wünschenswerte und ausreichende
Reiseflughöhe zu erreichen und dann (Kerosin einsparend), einen effizienten
Sinkflug ohne hohe Schubleistung einzuleiten. Eine MD-80 schwebt mit einer
ca. 3 Grad angehobenen Nase zur Landung ein. Mit
ausgefahrenen Vorflügeln und meistens voll ausgefahrenen Landeklappen und
natürlich ausgefahrenem Fahrwerk sinkt eine MD-80 mit ca. 5 Meter Sinkrate pro
Sekunde. Die Cockpitbesatzung kann und sollte unter normalen Umständen nur noch
minimale Korrekturen vornehmen, denn eine stabile Landung ist der Sicherheit
sehr förderlich. Bei
schlechten Wetterverhältnissen und mit Regenwasser/-pfützen, Schneematsch
und/oder Reifenabtrieb kontaminierter Piste bevorzugen die meisten Piloten ein
festeres Aufsetzen. So kann ein Flugzeug generell besser kontrolliert werden und
die Bremswirkung ist auch deutlich besser. Passagiere schätzen natürlich eher
eine butterweiche Landung. Das Landeprofil einer MD-80 zeichnet sich u.a.
dadurch aus, daß die Nase immer ein wenig angehoben ist. Die MD-80 „schiebt sich
somit schwebend“ zur Landebahn und der hintere Rumpfteil „hängt“ immer
etwas durch. Dadurch liegt eine MD-80 ruhiger in der Luft als eine B737-300
oder -500, ist aber auch etwas schneller. Sekunden vor der eigentlichen Landung sorgt der entstehende Bodeneffekt durch
das sich aufbauende Luftpolster unter den Tragflächen dafür, daß sich die
Sinkrate auf ca. 3 Meter pro Sekunde reduziert. Das
Aufsetzen geschieht dann mit angehobener Bugnase und jede MD-80 sollte zuerst
mit dem Hauptfahrwerk aufsetzen und dann langsam ihre Nase senken und
schließlich das Bugfahrwerk Kontakt mit der Piste bekommen. Nach dem
Aufsetzen werden die Spoiler und die Schubumkehr aktiviert, deren Wirkung im
Geschwindigkeitsbereich von ca. 240 Km/h bis 100 Km/h eine sehr effiziente (aber
auch im Bezug auf die Schubumkehr, laute) Maßnahme zur schnellen Verringerung
der Landegeschwindigkeit auf Rollgeschwindigkeit darstellt. Die
aufgestellten Spoiler sorgen somit dafür, daß eine MD-80 auf die Piste gedrückt
und der Auftrieb der Tragflächen vernichtet wird. Bei
Aktivierung der Schubumkehr wird die Klimaanlage für 20 Sekunden abgeschaltet
und die Luftzufuhr zur Kabine kurzfristig geschlossen, damit eventuelle
aufgewirbelte Fremdkörper nicht über die Klimaanlage in die Kabine geraten
können. Wir die Schubumkehr länger benutzt, bleibt die Klimaanlage so lange auch
geschlossen. Die Schubumkehr setzt enorme Kräfte auf die Heckstruktur frei.
Mehr
Informationen über das Einsatzprofil der MD-80 könnt Ihr im
"MD-80 International Forum"
erhalten.
Bitte wählt auch:


Crossair MD-83
/Quelle: Daniel Coray
MD-87


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