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Erste Auslieferungen der DC-9 Super 80/MD-80 an
Fluggesellschaften
Die
ersten bestellten MD-80 konnten an Fluggesellschaften ausgeliefert werden, aber die
Verzögerungen waren spürbar.
Rund fünf Monate später als geplant, erhielt Swissair als
erste Luftverkehrsgesellschaft überhaupt eine erste MD-81 und 19 weitere MD-80 (für Swissair, PSA
Pacific Southwest Airlines und Austrian Airlines) konnten nur verspätet ausgeliefert
werden und die betroffenen Fluggesellschaften mussten dadurch entweder
Streckenerweiterungen oder die Ausmusterung von Flugzeugen verschieben.
PSA (Pacific Southwest Airlines) war
seinerzeit der größte Kunde der MD-80 und einziger US-Kunde für 20 MD-81 + 6
Optionen. PSA stellte fest, daß ihre neuen MD-80 rund 40 % sparsamer im Verbrauch seien
als die Boeing 727-200, die bei dieser Fluggesellschaft durch die MD-80 auch sehr
schnell ersetzt wurden. Zu den
weiteren frühen Kunden der MD-80 gehörten außerdem Republic Airlines, TDA Toa
Domestic Airlines, Hawaiian Airlines, Austral Lineas Aereas, Aeromexico, Inex
Adria Airways und die Leasinggesellschaften GATX, Polaris und die eigene
Leasingabteilung von McDonnell Douglas, McDonnell Douglas Finance Corporation. Swissair erhielt am 12.09.1980 ihre erste DC-9-81 (später MD-81). Die
Mitarbeiter von Swissair konnten sich mit der DC-9 Super 80 vertraut machen und
es wurde die Indienststellung vorbereitet. Am
05.10.1980 war es dann soweit: Swissair führte den ersten Linienflug einer MD-80
von Zürich nach London-Heathrow durch. Es war die DC-9-81
HB-INC und dieses Flugzeug nahm noch in der gleichen Woche auch
Linienverbindungen nach Frankfurt-Rhein/Main auf. Mit Auslieferung
weiterer Super 80 wurde dieser Flugzeugtyp auch auf Strecken nach Frankreich,
Skandinavien und Portugal eingesetzt. Die DC-9-80 ersetzte hier vielfach
die DC-9-50. Beim
Start des ersten Linienfluges einer MD-80 wurde auch der damals niedrigste
Lärmwert eines Verkehrsflugzeuges dieser Kategorie von 84 Dezibel am Flughafen
Zürich-Kloten gemessen. Diese Tatsache beruhigte Swissair, die skeptischen (und
von der DC-9-50 enttäuschten) Anwohner in der Umgebung von Zürich-Kloten und den
Flughafen
selber.
In den
ersten Betriebsmonaten gab es Probleme im Flugbetrieb in Bereichen der Avionik
und den Triebwerken. Alle
Probleme schränkten aber die Sicherheit nicht ein und konnten in der
Einführungszeit behoben werden. Swissair stellte später fest, daß die MD-80 bei der Landung leiser war als die Airbus
A310-200. Für
diesen Flugzeugtyp war Swissair zusammen mit der Lufthansa der Erstkunde. Andererseits war und ist die MD-80 beim Start etwas lauter als die A310. Die
Resonanz seitens der Fluggäste war überaus positiv. Passagiere lobten besonders
die leise Kabine, das zeitlos geschmackvolle Design des Interieurs und die geräumige
Auslegung.
Kabinenservice an Bord einer
MD-81 der Swissair/Courtesy:
Swissair
Die traditionell von McDonnell Douglas favorisierte 3+2-Bestuhlung
in der Economy Class trug zusätzlich zum hohen Komfort bei. Flugbegleiter waren
mit ihrem neuen Arbeitsplatz sehr zufrieden, weil die große, hintere Galley
einen effizienteren Bordservice für die Tourist Class ermöglichte.
Hintere
Bordküche einer MD-81 der Swissair/Courtesy:
Swissair
Außerdem fanden es die Flugbegleiter gut, daß man in der
Bordküche arbeiten konnte, ohne daß man die Wege der Passagiere zur Bordtoilette
behinderte und umgekehrt. Die Bordküchen der Super 80 von Swissair und Austrian
waren nahezu identisch. Für die Passagiere der First Class bot die Super 80 der
Swissair faktisch eine eigene Toilette und eine etwas kleinere vordere
Bordküche, die aber (nur?) für den Bordservice der First Class zur Verfügung
stand.
Vordere
Bordküche einer MD-81 der Swissair/Courtesy:
Swissair
Als Erstbetreiber ist Swissair natürlich ein gewisses
Risiko eingegangen. So
achtete die Fluglinie in den ersten Wochen nach Flugbetriebsaufnahme darauf, daß
unter bestimmten Bedingungen die hinten sitzenden Passagiere zuerst über die
Hecktreppe ausstiegen. Das ist natürlich unpraktisch gewesen, wenn eine MD-80 am
Gate stand. Swissair befürchtete, daß der längere Rumpf und die deutlich schwereren
Triebwerke dazu führen könnten, daß die MD-80 nach hinten kippt, falls der
Schwerpunkt bei der Gewichtsverteilung an ihre Grenzen stößt. Sehr schnell
stellte aber Swissair fest, daß bei richtiger Gewichtsverteilung keine Gefahr
bestand und man grundsätzlich zu übervorsichtig war. Andererseits stellte Swissair fest, daß die Super 80 seinerzeit das leiseste
Flugzeug ihrer Klasse in Zürich war und auch Fluglärmgegner positiv überraschte
und eine Richtungsentscheidung für viele andere Fluggesellschaften aufzeigte. Das ist angesichts der heutigen Kommentare über die MD-80
in der deutschen "Fachpresse" mit ihren "Experten" und dummen Kommentaren schon komisch. Die
Piloten von Swissair äußerten sich überaus positiv über ihren neuen Arbeitsplatz. Das Cockpit
war angenehm leise und ergonomisch gelungen. Die Arbeitsbelastung nahm im
Vergleich zur DC-9-30/-50 deutlich ab. Piloten schätzten
schon sehr früh die große Leistungsfähigkeit der MD-80.
Die MD-80 erlaubte es
zum Beispiel den Piloten, mit hoher Steigrate zu steigen und dadurch den
Lärmteppich weiter zu reduzieren. Das neue Muster lag sehr ruhig und stabil in
der Luft. Auch
nach mehr als 22 Jahren nach der Flugbetriebsaufnahme bei Swissair, loben
MD-80-Piloten ihren Arbeitsplatz, schätzen die robuste Struktur, die sehr hohe
Zuverlässigkeit und logische Auslegung der MD-80. Swissair ersetzte bis Mitte der 80er Jahre ihre DC-9-50-Flotte sowie einige
DC-9-32 und die Ausmusterung ihrer langjährigen DC-9-30-Flotte wurde Ende der
80er Jahre mit der Auslieferung von Fokker 100 abgeschlossen. Swissair war
auch hier einer der Erstkunden und erhielt auch als erste
Fluggesellschaft die Fokker 100. Austrian Airlines war die zweite Fluggesellschaft, die
Super 80 erhielt und diese Luftverkehrsgesellschaft setzt 2003 noch immer MD-82/-83 und
MD-87 ein. Austrian Airlines ersetzte mit der MD-80 auch bis Ende der 80er
Jahre ihre DC-9 und über Jahre hinweg waren die DC-9 und MD-80 die einzigen
Muster, die Austrian Airlines (erfolgreich) einsetzte.

PSA Pacific Southwest
Airlines führte den ersten MD-80-Linienflug in den USA durch. Am 17.12.1980
führte eine DC-9-81 den Flug 128 von San Francisco nach Los Angeles durch und
machte dadurch Geschichte. Den meisten Fluggästen soll dieser Erstflug nicht
bewusst gewesen sein. PSA war
mit ihrer MD-80 höchst zufrieden und ersetzte innerhalb von nur wenigen Jahren
ihre 727-Flotte und sparte enorme Kosten im Flugbetrieb ein. Einige
kalifornische Flughäfen unterlagen schon damals sehr strikten Lärmauflagen und
die MD-80 erfüllte die Forderungen mit Bravour!
Courtesy:
PSA
Nicht
wenige bezeichneten das neue Flugzeug nicht „Super 80“, sondern „Silent 80“!
Die
MD-80 war das erste neue Flugzeug, daß die damals überaus strengen
Lärmbestimmungen nach Chapter 3 erfüllte. Die MD-80 setze somit neue Standards, denen
"andere
Hersteller folgten mussten" und sie taten es auch. Inex Adria Airways
übernahm ebenfalls sehr früh DC-9-80 und leider war es auch eine ihrer schlanken
MD´s, die nach nur wenigen Monaten Dienstzeit abstürzte und als erster
MD-80-Absturz in die Geschichte einging. Trotz dieses weiteren Zwischenfalls bewährte sich die MD-80
insgesamt sehr gut, aber erst ab 1983/84 stellte sich ein Nachfrage ein, die
die Produktion der MD-80 sicherstellte.







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