




Flugeigenschaften der McDonnell
Douglas MD-80
Dieser Text wird in Kürze überarbeitet - vielen Dank!
Die MD-80 hat sich als ein Flugzeug mit überaus
guten Flugeigenschaften erwiesen.
Ihre Zuverlässigkeit erfreut Fluggesellschaften
und Crews, letztendlich natürlich auch die Fluggäste. Die MD-80 wird von der
Industrie überaus geschätzt und positiv dargestellt.
Mit
ihrer Leistungsfähigkeit kann die MD-80 ohne Probleme Anordnungen von Fluglotsen
folgen, bestimmte Geschwindigkeiten (so weit es möglich ist) eingehalten oder
erreicht werden. Die MD-80 bietet eine wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit, die
zwar geringer als bei den B737 NG, aber etwas höher als bei der
A320 liegt. Die Unterschiede machen sich aber kaum bemerkbar und die MD-80
könnte auch schneller fliegen. Das würde aber zu deutlich höherem Verbrauch
führen und nicht wirklich wirtschaftlich sein. Unter
normalen Bedingungen (d.h. unter bestimmten Temperaturtoleranzen, Höhe des
Flughafen und ausreichender Pistenlänge) kann die MD-80 mit voller
Nutzlast eingesetzt werden. Einschränkungen ergeben sich (oftmals in
Kombination) durch kurze Pisten und hohe Temperaturen und eventuell der Höhe des
Flughafens über dem Meeresspiegel.
Generell kann man sagen, daß die MD-80 bei ausreichend langer Piste auch bei
hohen Temperaturen und bei voller Nutzlast eingesetzt werden kann.
Logischerweise verlängert sich nur die erforderliche Startrollstrecke. Mögliche
Nutzlastbeschränkungen betreffen oftmals nicht nur die MD-80, sondern auch die
B737 und A320-Familie. Die
737 NG bietet aktuell aber eine so hohe Leistungsfähigkeit, daß sie ihre eigenen
Vorgänger (737-300/-400/-500) deutlich übertrifft. Die MD-80 wird im Vergleich
zur A320 immer wieder als viel leistungsfähiger unter "Hot and High"-Bedingungen
beurteilt. So wurde zum Beispiel erwähnt, daß die MD-80 ab Bogota (Kolumbien)
auch an heißen Tagen und hohen Temperaturen problemlos eingesetzt werden kann,
die A320 aber Nutzlastbeschränkungen unterliegen. Der Flughafen von Bogota liegt
sehr hoch. In der
EU ist der (gerade massiv wachsende) Flughafen Barajas von Madrid der größte,
hochgelegene Flughafen mit einer Höhe von ca. 2000 ft über dem Meeresspiegel.
Erschwerend kommen hier sehr hohe Temperaturen im Sommer hinzu und hier sind
sehr lange Pisten vorhanden, damit Langstreckenflugzeuge problemlos auch bei
voller Nutzlast abheben können. Nebenbei sei erwähnt, daß Iberia sich nicht nur
wegen der vorhandenen A340-300-Flotte für die A340-600 als Ersatz der B747
entschied, sondern auch, weil die Fluggesellschaft Zweifel daran hat, ob die
zweistrahlige B777-200/-300 problemlos ab Madrid auf extremen Langstrecken
mit voller Nutzlast eingesetzt werden kann. Ein
anderer hoch gelegener, riesiger Flughafen ist Denver. Hier spürt man selbst
unter idealen Bedingungen die Auswirkungen der dünneren Luft und die
Einschränkungen bei einigen Flugzeugtypen.
Erst durch Einrichtung von ausreichend langen
Pisten können nahezu alle Flugzeugtypen ohne Nutzlasteinschränkungen
eingesetzt werden.
Trotz alledem besitzt auch die MD-80 ihre Schwächen.
Diese sollen aber nicht den Eindruck erwecken, daß die MD-80 problematisch sei.
Sie ist und bleibt ein äußerst gutes Flugzeug. Ein
Großteil dieser Probleme konnte in der Einführungszeit dieses Flugzeugtyps
behoben werden. So kam
und kommt es immer wieder vor, daß bei unglücklich ausgeführten Landungen, die
ausgefahrenen Schubumkehrschaufeln die Piste berühren können, wenn die MD-80 im
zu steilen Winkel und somit ohne aufgesetztes Bugfahrwerk die Piste entlang
schlittert. Das ist verständlicherweise sehr gefährlich und führt natürlich auch
höchst wahrscheinlich immer zu signifikanten Beschädigungen an dem relativ
empfindlichen Schubumkehrmechanismus. Gewichtsprobleme und Probleme mit
der Balance können dazu führen, daß das Heck nach unten kippt. Dies kann unter
bestimmten (falschen?) Be - und Entladungsvorgängen zu kritischen Momenten
führen. Darum
sollte unter (dieser eher seltenen) Situation, immer zuerst der mittlere
Treibstofftank gefüllt werden, damit der Schwerpunkt innerhalb der Toleranzen
bleibt. Die
Stabilität einer abgestellten MD-80 kann man übrigens bei extrem windigen Verhältnissen
dadurch erhöhen, daß man die Hecktreppe ausfährt. Dadurch
kann verhindert werden, daß starker Wind das Höhenleitwerk nach unten drückt,
weil dann die ausgefahrene und gesicherte Treppe als "Standbalken" dient. Sicherlich haben MD-80-Fans schon beobachtet, wie Wind mit den Rudern eines
MD-80-Leitwerks spielen und bei stärkeren Böen sich sogar das gesamte Leitwerk
bewegt. Das liegt daran, weil, bei der MD-80 während ihrer Bodenstandzeit, die
Ruder des Leitwerks „abkoppelt“ und dadurch die beweglichen Flächen sich frei
bewegen können. Das
erklärt auch eventuell teilweise, daß oftmals ein Höhenruder nach oben klappt,
während das andere Höhenruder nach unten hängt, das Seitenruder dem Winddruck
ausweicht und ebenfalls in eine bestimmte
Richtung (also rechts oder links) klappt. Ich habe ebenfalls gehört, daß die
Höhenruder-Motorik so konzipiert ist, damit der Winddruck kompensiert wird. Sobald
aber eine MD-80 wieder zum Start rollt, sind die Ruder wieder an das
Steuersystem der Piloten gekoppelt und Piloten haben wieder Kontrolle über die
Bewegungen der Seiten- und Höhenruder. Generell muß man bei einer MD-80 (wie
auch bei anderen Flugzeugen) darauf achten, daß die Gewichtsverteilung durch die
Platzierung der Passagiere und Fracht bei der Einstellung der Trimmung beachtet
werden muß. Es kommt immer wieder vor, daß durch plötzlich geänderte Buchungen
zusätzliche Passagiere einsteigen und die MD-80 falsch getrimmt ist (die
Ladepapiere ändern sich ja), falls die Piloten die Trimmung nicht neu
einstellen. So kann es kommen, daß dann die MD-80 buglastig ist und nur schwer
Flughöhe gewinnt. Glücklicherweise bemerkten die Piloten schnell das Problem und
mit richtiger Trimmung stieg die MD-80 wieder normal. Bei der
MD-80 müssen aber Piloten (so wird manchmal berichtet) öfter ihr Flugzeug
"austrimmen", da der sehr lange Rumpf und die damit in die Länge gestreckte
(individuelle) Verteilung des Gewichts der Passagiere berücksichtigt werden muß. Man
sollte es für unwahrscheinlich halten, aber es ist trotzdem schon mal passiert: Während
eines Fluges verliert eine MD-80 ihren Heckkonus! Der
Verlust des Heckkonus soll sich aber "nur" durch einen deutlich höheren
Luftwiderstand und daraus resultierenden, höherem Treibstoffverbrauch auswirken
und die Flugsicherheit nicht gefährden. Es versteht sich aber von selbst, daß
aber eine MD-80 nicht mit fehlendem Heckkonus zum nächsten Einsatz gelangen
darf. Es gibt
auch die Information, daß die Ruderkontrolle bei aktivierter Schubumkehr
eingeschränkt sein kann. Viele
MD-80-Piloten erhöhen auf dem Weg zur Startbahn oder kurz vor dem Startlauf ganz
kurz die Triebwerksleistung, damit eventueller Eisansatz/-ablagerungen, aber
auch Nässe durch Regen im Triebwerkseinlauf eingesaugt und entfernt wird. Diese
Praxis wird unter Vereisungsbedingungen oft angewendet. Falls man also eine MD-80 auf einem
Rollweg sieht und für ein paar Sekunden die Triebwerke deutlich hochlaufen, dann
kann es eventuell diesen Grund haben. Die Praxis ist sogar die Regel bei
der MD-80 und selbst eine im Leerlauf auf dem Vorfeld stehende MD-80 muß in
bestimmten Abständen kurz ihren Schub erhöhen, auch mit angezogenen Bremsen,
wenn kein Rollen erwünscht ist. Da selbst bei Temperaturen über 0 Grad
Celsius Vereisungsbedingungen drohen können, muß auf den Zustand des Flugzeuges
geachtet werden. Die
Nutzung der Enteisungssysteme führt zu einem 10 - 16 % höheren Kerosinverbrauch. Bei
einer Außentemperatur von über + 6° Celsius soll man die Cockpitscheiben-Heizung
nicht benutzen. Über
+ 10° Celsius dürfen auch alle anderen Enteisungssysteme nicht verwendet werden. Das
Anti Ice-System wechselt bei Betrieb automatisch alle 150 Sekunden zwischen
Slats und Leitwerk. Die
Enteisung des Leitwerks kann mit eigenem Enteisungssystem 2,5 Minuten dauern. Grundsätzlich kann man sagen, daß auf Flughäfen mit sehr langen Pisten oftmals
die MD-80 mit nicht oder nur wenig ausgefahrenen Landeklappen startet. Unter
der Voraussetzung, daß ein Flughafen über eine sehr lange Piste verfügt, kann
eine MD-80 mit ausgefahrenen Vorflügelklappen, aber eingefahrenen Landeklappen
deutlich schneller beschleunigen und ein besseres (idealeres) Steigflugprofil
einnehmen. Unter der Voraussetzung einer längeren Piste (zum Erreichen der
erforderlichen Geschwindigkeit), kann eine MD-80 bei niedrigerem Luftdruck einen
besseren Steigflug durchführen und das kann hilfreich sein, wenn die Piloten
geographische Gegebenheiten beachten müssen. Auf
kurzen Pisten werden die Klappen auf 15° oder sogar mehr ausgefahren. Zu
beachten sind aber die Wetterverhältnisse und der Zustand der Piste. Bei
sehr kurzen Pisten kann und wird oftmals die verfügbare Nutzlast sinken. Das
betrifft hauptsächlich längere Flüge. Als Gegenmaßnahme kann man hier entweder
weniger Nutzlast (also weniger Passagiere und Fracht) oder weniger Treibstoff
mitführen.
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