Die
Flugerprobung und Zertifizierung der Super 80 war von Problemen gezeichnet.
Dazu
gehörten Landeunfälle, Streiks von zwei Gewerkschaften bei den Mitarbeitern von
McDonnell Douglas, längere Wartezeiten bei der Lieferung von Bauteilen und ein
heftiger Streit mit Pilotengewerkschaften darum, ob die Super 80 mit zwei Piloten
geflogen werden dürfte oder drei Besatzungsmitglieder im Cockpit erforderte. Die
Flugerprobung der Super 80 wurde durch die anhaltenden Probleme, von den ersten
drei Super 80 durchgeführt. Geplant
war die Erprobung eigentlich nur mit zwei Flugzeugen, aber durch die dritte
Super 80 konnte das Programm um 2 Monate verkürzt werden. Diese Reduzierung
konnte aber die Verspätung nicht mehr verhindern. Die
zweite Super 80 wurde u.a. für Strukturtests verwendet. Hierbei wurden zum
Beispiel die Tragflächenspitzen um 1,6 m aus ihrer Normalposition nach oben und
unten gebogen.
Courtesy: McDonnell Douglas
Die
dritte Super 80 wurde u.a. für Evaluierungsflüge für die Zertifizierung des
Zweimann-Cockpits verwendet. Dafür
wurden „normale“ Flüge mit einer zweiköpfigen Besatzung an der Ostküste der USA
durchgeführt und hier musste die Super 80 beweisen, daß sie auch von nur zwei
Piloten geflogen werden konnte. Es wurden überlastete Flughäfen angesteuert und
das Flugprogramm entsprach regulären Linienflügen nach Flugplan.
Man beachte, daß die hintere Tür fehlt
, Courtesy: McDonnell Douglas/ Boeing
Weitere
Testflüge wurden im südlichen Kalifornien durchgeführt und hier wurde auch der
dicht beflogene Luftraum über Los Angeles als Erprobungsraum genutzt. Während
der Testflüge wurden technische Defekte simuliert. Repräsentanten der FAA
beobachteten die Testflüge und die Arbeitsbelastung der Crews wurde auf Video
aufgenommen.
Courtesy: McDonnell Douglas
Die
Pilotenvereinigung ALPA forderte weiterhin ein drittes Mitglied für das Cockpit
der Super 80. Die
Flugtests ergaben aber, daß die Arbeitsbelastung um ca. 25 % NIEDRIGER sei als
bei der DC-9, ein Flugzeug mit zwei Besatzungsmitgliedern im Cockpit.
Courtesy: McDonnell Douglas
Der
Grund war, daß das Cockpit der Super 80 eine modernere Auslegung und neuere
Avionik aufwies.
Es
wurden auch Testflüge durchgeführt, die beweisen sollten, daß die Super 80 das
leiseste Flugzeug ihrer Klasse ist. Dafür
wurden Anwohner von Flughäfen eingeladen und/oder benachrichtigt und sie sollten
sich persönlich von der Geräuscharmut der MD-80 überzeugen. Die
Ergebnisse überraschten die Anwohner sehr positiv! Die MD-80 war an einigen
Stellen fast gar nicht zu hören und der reguläre Flugverkehr übertönte sogar
Vorbeiflüge der MD-80. Während
der Testphase stellte sich auch heraus, daß die Super 80 mindestens 25 % weniger
Kerosin pro Sitzplatz, pro Meile verbraucht als die DC-9-50!
Die
Flugerprobung war aber zeitlich sehr unter Druck geraten und die Anzahl an
Test-Crews wurde erhöht und zeitweise rund um die Uhr geflogen, damit die
Zertifizierung auch erreicht werden konnte.
Courtesy: McDonnell Douglas
Oben: Schöne Momentaufnahme von "Super
80-Experten"/ Courtesy: McDonnell Douglas
Oben: Erstmals (?) war auch eine Frau
Bestandteil der Flugtestbesatzung. Die seltsam anmutende Türverkleidung sollte
kein Standard werden/ Courtesy: McDonnell Douglas
Courtesy: McDonnell Douglas
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