Bordküchen von
Verkehrsflugzeugen sind unabhängig vom Anforderungsprofil nahezu immer so
ausgelegt, dass auf einem möglichst kleinen Raum ein Maximum verstaut und auf
kleinstem Raum auch der Bordservice vorbereitet werden kann. Dazu gehören in
der Regel Stauräume, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Mülleimer, Schubladen,
Öfen.
Dazu kommen
natürlich auch Trolleys, die oftmals auch elektrisch gekühlt werden können,
falls zum Beispiel verderbliche Speisen oder kühle Getränke gereicht werden
sollen. Es gibt zahlreiche
Optionen, die eine Fluggesellschaft je nach Bedarf wählen kann. Dazu gehören
zusätzliche Stauräume, Kühlschränke, Eiswürfelmaschinen oder Mülleimer, die
Reste stark zusammenpressen können. Oftmals führen Luftfahrtgesellschaften
mit klassischem Bordservice sehr viel Catering mit.
Courtesy: ex Super 80-Crew ex/ Thank you!
Man denke nur an
Besteck, Becher und Gläser, Servietten, Kinderspielzeug, Zeitungen,
Zeitschriften und Magazine, Kissen, Decken, Tabletts, das große Grundangebot
an Getränken, kleineren Snacks, vollwertigen Speisen, für Passagiere in
höheren Buchungsklassen sogar mit Auswahl an Speisen oder gar mehrgängigen
Menüs. Die Zubereitung
und Bevorratung soll auf möglichst kleinem Raum geschehen, da der vorhandene
Raum in einer Kabine (unabhängig vom Flugzeugmuster) eher gering ist. Darum wird
sprichwörtlich jeder Millimeter verplant. Bordküchen werden praktischerweise
so positioniert, dass möglichst ein guter Serviceablauf durchgeführt werden
kann. Hier bietet sich
generell an, dass man an beiden Enden der Kabine Bordküchen hat, damit
parallel der Bordservice vorbereitet und gestartet werden kann.
Kaffeemaschinen in einer MD-83 der
Jetsgo/ Courtesy: ?
Ansichten der hinteren Bordküche
einer MD-80 der American Airlines/Courtesy: ?
Der Serviceablauf
selber ist minutiös geplant und nichts ist Zufall. Es ist also kein Zufall,
dass eventuell zwei Flugbegleiter in einer MD-80 sich mit ihren Trolleys an
der Sitzreihe 11 und 12 positionieren und dann jeweils nach vorne und hinten
bewegen.
Decken und Kissen
werden oftmals in den Gepäckfächern aufbewahrt, wobei immer gewährleistet
werden muss, dass das Kabinenpersonal zwischen zwei Flügen leicht
kontrollieren kann, ob in den Fächern nicht mitgenommenes Handgepäck liegen
geblieben ist. In speziell gekennzeichneten Gepäckfächern werden oftmals
auch Artikel für Erste Hilfe, Lesematerial, Bordmagazine und
Sicherheitsmerkblätter und Demo-Sauerstoffmasken sowie Demo-Schwimmwesten
deponiert. Außerdem dienen manchmal Gepäckfächer auf Höhe der
Tragflächen-Notausstiege als Aufbewahrungsort für Rettungsboote. Diverse
Betreiber haben aber die Option gewählt, dass die Rettungsboote in einem
speziellen Behälter an der Kabinendecke verstaut werden, damit die
Gepäckfächer von Passagieren genutzt werden können.
In der Nähe von
Türen befinden sich außerdem auch Äxte, Taschenlampen und Megaphone für den
Notfall. Seit Jahren ist es Pflicht, dass die Bordsprechanlage für die
Kabine, aber auch die Sprechverbindung zwischen Kabine und Cockpit
funktionieren muss und kein Flug mit diesem Defekt abheben darf. Diese
Vorschrift war und ist Folge von einigen schweren Zwischenfällen gewesen, wo
sich Besatzungsmitglieder nicht informieren konnten und es dadurch zu einer
Verschlimmerung der Situation kam. Man denke nur an die Notwasserung einer
DC-9 der ALM Anfang der 70er Jahre, wo die Kabinenbesatzung teilweise bis
zur Wasserung noch im Gang standen und Passagieren beim Anlegen der
Schwimmwesten halfen! Die Bordsprechanlage zwischen Cockpit und Kabine war
defekt und der notwendige Informationsaustausch nur unzureichend. International
verbindliche Richtlinien schreiben vor, dass das Kabinenpersonal zwischen
zwei Flügen genau kontrolliert, dass an jedem Sitz Sicherheitsmerkblätter
vorhanden sind und unter jedem Sitz (falls vorgeschrieben) eine Schwimmweste
vorhanden ist. Das Mitnehmen einer Schwimmweste ist kein Kavaliersdelikt und
wird von einigen Fluggesellschaften strikt verfolgt und mit hohen
Geldstrafen geahndet, da einerseits ein nicht ganz billiges Utensil geklaut
wird und die Flugsicherheit direkt gefährdet wird.
Die
Kabinenbesatzung trägt außerdem in einem Logbuch alle Defekte ein und
kontrolliert den Zustand von bestimmten Bereichen, so zum Beispiel die
Dichtung und den Zustand der Türen usw..
In der Regel
sollen die Defekte bei der nächsten Wartung im Hangar behoben werden.
Eine MEL (Minimum
Equipment List) schreibt auch hier der Besatzung vor, was defekt sein darf
(und nur den Komfort beeinträchtigt, nicht aber die Flugsicherheit) oder zur
Streichung des Fluges führt. So stellt eine defekte Leselampe oder eine
klemmende Fensterblende keine Sicherheitsgefährdung dar, aber sehr wohl eine
nicht einwandfrei arbeitende Druckkabine oder nicht funktionierende
Notrutschen. So kam und kommt es auch heute noch vor, dass eventuell sogar
die Anzahl an Passagieren auf einem Flug reduziert werden muss, falls zum
Beispiel eine Tür nicht als Rettungsweg dienen kann. Bei den meisten
Fluggesellschaften werden Kabinenmitglieder angehalten, mit ihren
Arbeitsbereich gut umzugehen und zum Beispiel melden müssen, falls zum
Beispiel eine große Menge Orangensaft etc. in der Bordküche ausgelaufen ist.
Gerade den Herstellern und der Wartungsabteilung ist sehr wohl bekannt, dass
gerade in der Nähe von Galleys Korrosion durch Flüssigkeiten (auch
intensiver Einsatz von Reinigungsmitteln) gefördert wird.
Aus Gründen des
Passagierkomforts sorgen die meisten Fluglinien dafür, daß der Bereich der
Galleys mit einem Vorhang zugezogen werden kann oder die Galley so
angeordnet ist, daß Passagiere durch Geräusche und Gerüche nur minimal
gestört werden.
In Bordküchen
hatte ich bisher immer den typischen „Flugzeugbrötchen“-Geruch in der Nase
:-)
Bordküchen werden
mit Strom versorgt, wobei die Galley bei Engpässen der Stromversorgung
abgeschaltet werden. Dies wird damit begründet, dass die Bordküchen nicht zu
den lebenswichtigen Systemen an Bord gehören.
Courtesy: ex Super 80-Crew ex/ Thank you!
Praktisch ist es
oftmals, wenn für jede Bordküche auch eine Beschickungstür zur Verfügung
steht. Falls dies nicht der Fall ist (im Falle der MD-80 bei den meisten
MD-87 nur eine vordere Galley-Tür), so wird die hintere Bordküche ebenfalls
durch die vordere Beschickungstür versorgt und ein Austausch der Trolleys
sieht dann sehr rasant aus, weil die Cateringmitarbeiter und Flugbegleiter
durchorganisiert ziemlich rasant mit Trolleys durch den Kabinengang laufen.
Bei der MD-80 ist die vordere Beschickungstür gerade mal so groß, dass ein
Trolley mit eventuell einem kleinen Stapel an Zeitungen durchpasst.
Das
Reinigungspersonal nutzt bei der MD-80 oftmals die Hecktreppe als Zugang und
beginnt oftmals sogar schon mit der Reinigung, wenn sich vorne noch
Fluggäste befinden, die aussteigen und die MD-80 an einem Gatefinger steht.
Courtesy: René Posch/ Diese
wunderbare Aufnahme zeigt die hintere Bordküche einer MD-87 der Austrian
Airlines. Diese Bordküchen waren nicht Standard für diesen Flugzeugtyp,
sondern vielmehr Sonderanfertigungen auf Wunsch von Swissair und Austrian
Airlines für ihre jeweiligen MD-80. Durch diese Bordkücheneinteilung wurde
ein Raum geschaffen, der größtenteils von den Passagieren nicht eingesehen
werden konnte und die akustischen Belästigungen und Gerüche weitgehend von
der Passagierkabine abschirmte. Man beachte die fast liebevollen Details
dieser Bordküche - ein Kontrast zu den heute üblichen Massenanfertigungen!
Sämtliche
Texte (ausgenommen Zitate) sind von mir verfasst worden und dürfen NICHT
anderweitig verwendet werden.
IMPORTANT:
This is a complete non-profit
website and it is not associated with Boeing nor any other commercial
organizations. It has been built exclusively for MD-80 enthusiasts and
anything posted here may not be used for any commercial purposes.