




Courtesy: MD-80.net
Hawaiian Airlines ist historisch
betrachtet ein sehr loyaler Kunde und Betreiber von Flugzeugen aus dem Hause
McDonnell Douglas gewesen. Zu den eingesetzten Flugzeugtypen gehörten Versionen
der DC-9-Serie und die MD-81. Hawaiian Airlines
bestellten Ende September 1999 13 Boeing 717 und vereinbarten Optionen für weitere
sieben Boeing 717-200. Die 717-200 sollten bei Hawaiian die
Außerdienststellung der langjährigen DC-9-50-Flotte ermöglichen.
Entscheidung für die 717-200 als Ersatz der DC-9-51
Mit der Entscheidung zugunsten der
717 wurde ein Modell gewählt, welches eine etwas geringere Kapazität aufweisen
sollte als die DC-9-50. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die
technologischen Weiterentwicklungen bei der 717-200 zu insgesamt eine erheblich
gesteigerte Wirtschaftlichkeit garantieren sollten und die Betriebskosten pro
Sitzplatz trotz der geringeren Kapazität deutlich unter denen einer DC-9-50
liegen würden
Courtesy: Hawaiian Airlines
Erster kommerzieller Einsatz und
sehr schneller Flottenaufbau
Der erste
kommerzielle Einsatz der Boeing 717 fand am 15.03.2000 statt, als Flug HA106
um 0535 Uhr ab Honolulu nach Kahului (Maui) abhob. In der Anfangsphase
wurden die Boeing 717 ausschließlich zwischen O´ahu und Maui eingesetzt,
damit sich die Besatzungen und Bodenmannschaften mit dem neuen Muster
vertraut machen und die Betriebsabläufe besser eingeübt werden konnten. Es ist
allgemein bekannt, daß das innerhawaiianische Streckennetz von Hawaiian
Airlines und ihrer Konkurrentin Aloha Airlines durch sehr kurze Flugzeiten
zwischen den Inseln höchste Anforderungen an die Flugzeuge stellen. Die
Umflottung und Einführung der Boeing 717 bei Hawaiian ist bislang historisch
gesehen der weltweit schnellste Aufbau einer Boeing717–Flotte gewesen, denn bis
Ende 2001 wurden alle fest bestellten B717 in Dienst gestellt. Der Ersatz der
DC-9-50-Flotte erfolgte im 1:1-Verfahren, wobei gleichzeitig aber durch
Optimierung des Gesamtflugplans der Betrieb von 15 DC-9-50 sehr wahrscheinlich
größtenteils durch 13 Boeing 717 mehr als abgedeckt werden konnte.
Neues Farbschema
Mit der Boeing 717-200 wurde wurde
ein modifiziertes neues Farbschema eingeführt. Es ersetzte das seit 1973 gültige
Erscheinungsbild. Weiterhin sollte das "Pualani"-Symbol (Gesicht einer Frau in
einer Hibiskusblüte) eine dominierende Rolle. Das Logo wurde aber
"persönlicher", der veränderte Schriftzug größer und eine veränderte
Farbkombination wurde gewählt.
Courtesy: Michael
Carter
Modernstes Fluggerät zwischen
den Inseln
Jede Boeing 717 bietet bei Hawaiian Airlines 123 Fluggästen (F8Y115) Platz
und die 717-200 wird ausschließlich für das innerhawaiianische Streckennetz
eingesetzt und mit Einführung dieses Flugzeugtyps. Der Flugbetrieb zwischen
den hawaiianischen Inseln stellt eine überaus große Herausforderung für
Flugzeuge wie die Boeing 717 dar.
Courtesy: Hawaiian Airlines
Die Bodenabfertigungszeiten
liegen höchst wahrscheinlich offiziell bei zwischen 23 und 30 Minuten. Die
teilweise extrem kurzen Flüge resultieren in einer hohen täglichen Anzahl an
Starts und Landungen. Aus diesem Grund dürften die 717 bei Hawaiian Airlines
mittlerweile im Gegensatz zu manch anderem Betreiber der 717 eine hohe
individuelle Anzahl an "cycles" erreicht haben, wenngleich die absolvierten
Flugstundenzahlen sicherlich erheblich geringer sein dürften.
Vogelnamen für die 717 und
Chapter 11
Alle Boeing 717 der Hawaiian Airlines sind nach Vogelarten benannt. Mit der
Boeing 717 setzen Hawaiian Airlines das zur Zeit wohl modernste Fluggerät
ihrer Größe zwischen den hawaiianischen Inseln ein. Hawaiian erhoffte sich
durch den Einsatz der 717-200 erhebliche betriebswirtschaftliche und
operationelle Vorteile gegenüber ihren DC-9-50 die sich aber unabhängig
davon als äußerst gut bewährt haben sollen. Im Jahr 2003 musste sich die
Fluggesellschaft (wieder) unter Konkursschutz (Chapter 11) stellen, konnte
aber den Flugbetrieb vorerst fortsetzen.
Eine
im Dezember 2001 angekündigte Fusion mit der Aloha Airlines scheiterte. Eine Fusion hätte
sicherlich einen weiteren Ausbau der 717-Flotte als Ersatz der Aloha
Airlines Boeing 737-200Adv.-Flotte eingeleitet, wenngleich ein 1:1-Ersatz
eher unwahrscheinlich gewesen wäre, da beide Fluglinien mit Überkapazitäten
kämpfen.
Vorzeitiger
Abschied von der 717 und Ersatz durch MD-80?
Im
Herbst 2003 kursierten Meldungen über ein mögliches - teilweises oder gar
vollständiges - Ende der Boeing 717 bei Hawaiian Airlines.
Streitpunkt schienen wohl in erster Linie die finanziellen Konditionen zu
sein, die zwischen Hawaiian und Boeing bestehen. Hawaiian soll sogar darüber
nachgedacht haben, ihre Boeing 717 durch MD-80 zu ersetzen, die in dieser
fraglichen Zeitphase erheblich günstiger im Lease waren und sind. Ob diese
Überlegungen detailliert verfolgt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Diese Meldung behandelte ich
unabhängig davon mit Vorsicht, da einige Faktoren gegen den
Einsatz der MD-80 sprachen und sprechen.
Abgesehen davon, daß Hawaiian Airlines schon Anfang der 80er Jahre Erfahrung
mit der MD-80 machte und feststellen musste, daß die MD-80 generell zu groß
für das Streckenprofil ist, so würde die MD-80 nur einer Verringerung der
angebotenen Kapazität entsprechen, würden deutlich weniger MD-80 die Ziele
auf den Inseln bedienen und somit das Flugprogramm absolvieren. Eine
identische Anzahl an MD-80 würde im Vergleich zur B717 erhebliche
Überkapazitäten erzeugen. Ende
November 2003 wird seitens verschiedenster Quellen spekuliert, daß Hawaiian eventuell ihre Boeing 717-Flotte um
zwei Exemplare reduzieren würde, für die Qantas Link schon Interesse bekundet haben
soll.
Tatsächlich wird die Flotte von
13 auf elf Boeing 717 reduziert und die beiden Boeing 717 werden von AirTran
übernommen.
Mit elf
Boeing 717 zwischen den Inseln hüpfend
Mit nunmehr
einer reduzierten Flotte von elf Boeing 717 konnten Hawaiian Airlines mittlerweile
wieder stabilisierter und optimierter ihr Streckennetz zwischen den Inseln des
Archipels fortsetzen. Die Optionen für weitere sieben Boeing 717 wurden
bekanntlich nicht mehr in Anspruch genommen. Schrittweise wurde das
Langstreckennetz mit weiteren Boeing 767 ausgebaut und die internationale
Wachstumsstrategie verhalfen Hawaiian Airlines, neben einem attraktiven
Linienflugplan zwischen den Inseln auch eine stetig wachsende Anzahl an
Langstreckenzielen anzubieten. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass diese
Strategie sich positiv auf das Unternehmen auswirkte, da Hawaiian Airlines
das Risiko etwas reduzieren konnten, mehrheitlich auf den
innerhawaiianischen Markt angewiesen zu sein. Zwar sollte das traditionelle
Flugprogramm zwischen den Inseln weiterhin eine tragende Rolle spielen, aber
geographisch gab es hier kaum weiteres Wachstumspotential und je nach
Informationsquelle gab es immer wieder Meldungen, dass der Markt gesättigt
sei, es generell Überkapazitäten gäbe, während gleichzeitig in den Medien ab
und an Vorwürfe laut wurden, dass es zwischen Hawaiian Airlines und Aloha
Airlines "Preisabsprachen gegeben haben soll.
Der Markteinsteig der
Fluggesellschaft "Go!" (mit 50-sitzigen CRJ) verschärfte nach Ansicht
einiger Analysten die Marktsituation weiter, während andere Stimmen
behaupteten und behaupten, dass Go! trotz - oft als Dumpingpreise -
bezeichneter Flugpreise ihre CRJ nicht ausreichend auslasten konnte und
kann. Unabhängig davon erscheint es zunehmend wirtschaftlich gesehen
problematisch, mit 50-sitzigen Regionaljets eine akzeptable Kostendeckung zu
erreichen.
Ende von Aloha Airlines
Die Marktsituation verbesserte
sich für Hawaiian Airlines und Aloha Airlines nicht. Am 20.03.08 beantragten
Aloha Airlines abermals Gläubigerschutz (Chapter 11) und Hawaiian Airlines
meldeten (unabhängig davon?), dass man ab 01.04.08 die Frequenzen auf
einigen Inselstrecken weiter erhöhen würde. Diese zusätzlichen Flüge könnten
ohne zusätzliche Boeing 717 eingeplant werden, da man den Flugbetrieb der
717 noch weiter ausreizen und optimieren würde.
Am 31.03.08 stellten Aloha
Airlines ihren Passagierbetrieb nach 61 Jahren ein. Damit endet die
klassische Szenerie, dass es einst (mit weiteren eher kurzlebigen
Konkurrenten) die zwei hawaiianischen Fluggesellschaften Aloha Airlines
("die mit der 737") und Hawaiian ("die mit der DC-9") gab.
Interesse an zusätzlichen Boeing
717
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Die Flugbetriebseinstellung
des Erzrivalen Aloha Airlines am 31.03.2008 könnte bedeuten, dass bei
Hawaiian Airlines möglicherweise die aus elf Flugzeugen bestehende Boeing
717-Flotte erweitert werden könnte. Mindestens eine hawaiianische Zeitung
berichtet, dass Hawaiian Airlines auf der "Suche nach weiteren Boeing 717
sei... und dies eine hohe Priorität hätte". Es sei aber kein Zeitrahmen
für die Einführung weiterer Flugzeuge vorhanden und Hawaiian würde nun
weltweit nach verfügbaren Boeing 717 suchen.
Die überraschende Äußerung
darf als Reaktion auf das hinterlassene Vakuum von Aloha Airlines
angesehen werden.
Hawaiian nahmen einst 13
Boeing 717 fabrikneu ab, reduzierten aber vor einigen Jahren ihre Flotte
um zwei Exemplare. Problematisch dürfte die Beschaffung von zusätzlichen
Boeing 717 sein, da nicht sehr viele 717 auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich
sind.
Zwar werden aktuell wieder
vermehrt das Muster MD-80 als Zwischenlösung erwähnt, aber weiterhin
vertrete ich die Ansicht, dass zu viele Faktoren gegen den temporären
Einsatz sprechen. Die MD-80 mag zwar kapazitätsseitig kurzfristig eine
willkommene Entlastung bringen. Es erscheint aber fraglich, ob
grundsätzlich Bedarf an derart großen Flugzeugen im innerhawaiianischen
Linienverkehr besteht.
Es erscheint somit der Wunsch
nach weiteren Boeing 717 als beste Lösung, da man eine vorhandene
Teilflotte ausbauen würde und die 717 auch eine Kapazität bieten, die eher
den mittelfristigen Bedürfnissen von Hawaiian Airlines gerecht werden
würde.
Vier weitere Boeing 717
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Hawaiian Airlines werden
ihre Boeing 717-Flotte um vier (4) Exemplare erweitern. Dies wurde
offiziell gemeldet. Zwei Flugzeuge werden die Flotte von Hawaiian ab
September 2008 ergänzen, eine dritte Boeing 717 ab November 2008
eingeführt und das vierte Flugzeug im Dezember 2008. Alle vier Boeing
717 werden langfristig über "Boeing Capital" angemietet und waren zuvor
bei der Impulse Airlines/Jetstar im Einsatz.
Durch die Anmiete dieser
zusätzlichen Flugzeuge werden Hawaiian Airlines in Zukunft fünfzehn (15)
Boeing 717 einsetzen.

Courtesy: Michael
Carter

Seatingchart:


Hawaiian Air war ein Betreiber der MD-80. Für weitere Informationen, klicke
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