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MD-82 (HK-4374X)

Datum: 16. August 2005

Tote: 160

Am 16.08.2005 stürzte eine MD-82 mit 160 Menschen an Bord ab, wobei es keine Überlebenden gab. Kurz darauf stellte West ihren Flugbetrieb ein.

Die Unfalluntersuchung ergab bislang, daß eine Kombinationen von Fehlern der Cockpitbesatzung und schlechte Wetterbedingungen zu dem Unglück geführt haben. Die Untersuchung stellte fest, daß 

- die MD-82 um ca. 2,5 Tonnen überladen war

- das Flugzeug zusätzlich unsachgemäß getrimmt war und dadurch sich schwerfällig bewegte

- im Reiseflug Zonen mit Gewittern mit starker Vereisung durchflog und die Triebwerke vereisten, möglicherweise auch die Tragflächen von Vereisung betroffen waren und die Leistungsfähigkeit des Flugzeugs stark abnahm. Der Co-Pilot forderte die Aktivierung der Enteisung, aber der Kommandant reagierte nicht darauf. Die Besatzung beantragte eine geringere Reisehöhe.

- letztlich verlor die Besatzung die Kontrolle über ihr Fluggerät, nachdem das Flugzeug an Höhe verlor und die Besatzung den Autopiloten abschaltete (dieser hielt das Flugzeug mit zunehmenden Problemen noch stabil)

- nach der Deaktivierung "stallte" die MD-82 und schlug 50 Sekunden später auf.

Mit der Untersuchung wurde der Einfluss von Vereisung am Flugzeug wieder Thema. Untersuchungen ergaben, daß generell bei starker Vereisung der Tragflächen der Auftrieb um rund 30 bis sogar 50% reduziert werden kann und sich dies sehr negativ auf die Leistungsfähigkeit und Fluglage des Flugzeug auswirkt. Auch wurde erwähnt, daß das zusätzliche gewicht des angesammelten Eises negative Auswirkungen auf das Flugverhalten hätte.

Es besteht die Annahme, daß die Besatzung der MD-82 ihrem Flugzeug mehr Leistungsfähigkeit abverlangten, als dies technisch möglich war. So ist bekannt, daß schwer beladene MD-80 (in diesem Fall überladen) sich eher sehr mühsam oberhalb von 29000-31000 ft halten können und erst auf die ideale Reiseflughöhe steigen, wenn ausreichend Kerosin verbraucht worden ist (Gewichtsverringerung). Die bisherige Untersuchung ergab, daß bei aktivierter Enteisung das Flugzeug nicht in die unkontrollierte Fluglage gekommen wäre und der Verdacht besteht, daß auch die Enteisung der Pitotrohre nicht eingeschaltet war und möglicherweise falsche Parameter angezeigt wurden.

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