




Jungfernflug der MD-95 und die Flugerprobung
Courtesy: Boeing
Ursprünglich sollte die B717 im Juni 1998 ihren Jungfernflug durchführen.
Dieser verzögerte sich aber um knapp drei Monate. Die Boeing 717-200 hatte
ihren Roll-out am 10.06.1998 und wurde somit der Öffentlichkeit offiziell
vorgestellt.

Oben: Roll-out der
B717-200 am 10.06.1998 und eher mit mulmigem Gefühl und bitterem
Beigeschmack angesichts der Ereignisse und der "Fusion" von McDonnell
Douglas mit Boeing. Im Hintergrund sieht man eine MD-90-30 der Saudi Arabian
Airlines und einen MD-11-Frachter für Lufthansa Cargo. Courtesy: Boeing
Der
Erstflug fand dann am 02.09.1998 statt und dauerte 4 Std.10 Min und war
unspektakulär.
Erstflug/Courtesy:
Boeing
Obligatorisch wurde das Flugverhalten der B717 gelobt. Der 02.09.1998 ist
auch der Tag, als eine MD-11 der Swissair vor der Küste Neufundlands ins
Meer stürzte...

Oben: Rumpf wie Türverkleidung sind mit einer
Schutzfolie versehen, damit keine Schäden bei der Herstellung auftreten können.
Courtesy: Boeing
Es folgte eine intensive
Flugerprobung und hier sind die Erstflüge der weiteren am
Zertifizierungsprogramm beteiligten B717 aufgelistet:

26.10.1998 (2.
Prototyp)

16.12.1998 (3.
Prototyp)

23.01.1999 (1.
Serienmaschine)

Während der Flugerprobung und Zertifizierung wurden alle notwendigen Tests
durchgeführt, die üblich sind. Erfreulicherweise stellte sich schon während
der Flugerprobung heraus, daß die B717 sparsamer im Kerosinverbrauch sein
würde als garantiert und der Luftwiderstand auch geringer ist als erwartet.
Die
verbesserten Ergebnisse wurden sofort an potentielle wie vorhandene Kunden weiter
gereicht.

Courtesy
der Aufnahmen: Boeing
Am 01.09.1999 erhielt die B717-200
ihre FAA/JAA-Zulassung. Es war das erste mal, daß eine Lufttüchtigkeit
parallel erteilt worden ist. Dies sparte Kosten.
Courtesy
der Aufnahmen: Boeing
Der seltsam anmutende Abschluss des Heckkonus beherbergte einen Fallschirm.
Dieser war für den Fall vorgesehen, falls die B717 in einen Strömungsabriss
geraten würde. Dann würde der ausgelöste Fallschirm das Heck der B717 sofort
abrupt nach oben reißen und die B717 (und Piloten) wieder in die Lage
bringen, die B717 wieder zu stabilisieren und notwendige Geschwindigkeit für
einen sauberen Luftfluss über den Tragflächen wieder aufzubauen.
Garantie für Effizienz und Lärmarmut
Das
Design des BR715 ist das Ergebnis von vielen Ratschlägen seitens von
Fluglinien gewesen.
So kann z.B. die untere
Triebwerksverkleidung im geöffneten Zustand als Arbeitsplattform genutzt
werden, denn die Verkleidung trägt zwei Mechaniker + Werkzeug ohne Probleme.
Die Triebwerke sind mit einem "electronic engine control" (EEC) ausgestattet
und verlängern die Laufzeit des Antriebs zwischen zwei Wartungsintervallen
und zeigt etwaige Probleme sofort an. Das neue APU APS2100 von Sundstrand
verfügt über ein eigenes Kontrollsystem, daß ständig die Leistung
kontrolliert und optimiert. Sundstrand soll erstmals auch für den
APU-Lufteinlauf und Auspuff zuständig gewesen sein. Der Lufteinlauf des APU´s befindet
sich in der oberen linken Hecksektion; dadurch konnte der Lärmpegel deutlich
reduziert werden. Das Cockpit der B717 besticht durch sechs 20 cm x 20 cm
große LCD-Bildschirme. Das gesamte Flugdeck wirkt sehr aufgeräumt und es
fehlen die typischen Rundinstrumente, wie sie z.B. bei der MD-80 teilweise
noch üblich sind. Die Treibstoffkapazität liegt bei der B717-200 bei 13890
Litern. Bei der B717-200 (ER) HGW können bis zu 4880 Liter mehr Treibstoff
in Zusatztanks untergebracht werden. Gegenüber ihren Vorgängern
DC-9 und MD-80 wurde das Enteisungssystem verändert. So kann bei der B717 gleichzeitig das Leitwerk, die Triebwerkseinläufe und Vorderkanten
der Tragflächen beheizt werden. Außerdem wurden die Rohre mit Heizluft bis
an die Enden der Tragflächen und des Seitenleitwerkes per Teleskop-Prinzip
verlängert. Die gleichzeitige Enteisung erhöht prinzipiell die Sicherheit
unter extremen Vereisungsbedingungen, besonders bei Flugzeugen mit T-Leitwerken sehr
wichtig, da sonst Eis von der Tragflächenoberfläche in die Hecktriebwerke geraten
könnten. Diese Verbesserung soll (falls ich mich nicht irre), Auflagen der
FAA für neue Flugzeuge genügen.
Alle Fotos:
Courtesy: Boeing
Trotz dieser Maßnahmen gab es in
den ersten Einsatzmonaten Probleme mit Eisansatz am APU-Lufteinlauf und dies
führte zu erheblichen Problemen bei der Abfertigung des Flugzeuges und ließ
die Zuverlässigkeit der B717 im Winter 1999/2000 empfindlich sinken. Der
einzige Kunde der B717, die dieses Problem ohne Sorge entgegensah, war
Hawaiian Airlines. Es ist wohl auch eher unwahrscheinlich, daß der Flughafen
Honolulu im Schneesturm versinkt... Mittlerweile bietet Boeing
eine Modifikation an und das Problem konnte zur Zufriedenheit der
B717-Betreiber gelöst werden. Boeing hat in der
Vergangenheit immer wieder bestätigt, daß es Überlegungen für eine B717-Familie gibt, die im Grunde die Idee von McDonnell Douglas aufgreift. Die B717-100X (MD-95-20)
soll mit einer Länge von 35,9 m 86 Passagieren Platz bieten. Die B717-300X soll mit
einer Länge von 40,2 m Platz für ca. 130 Passagiere bieten. Die Entwicklung
dieser Versionen wird als nicht sehr aufwendig angesehen.
Dennoch hat es Boeing bis dato nicht geschafft, die Entwicklung einer
B717-Familie voran zutreiben. Im Herbst 2003 wird bekannt, daß man Pläne für
eine B717-100 nicht mehr weiter verfolgen würde, während die B717-300
eventuell ab 2006 zur Verfügung stehen könnte.
Tests in arktischer
Kälte/ Courtesy:?

Courtesy:
Michael Carter




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