Die
B717 besticht durch ein modernes, aber dennoch zeitlos wirkendes Kabinendesign. Die
Kabinenbreite beträgt (max.) 3.11 m, die Kabinenhöhe (max.) 2.06 m. Das
Design wurde noch zu MD-95-Zeiten von einer österreichischen Firma entworfen. Die
Länge einer B717-Kabine beträgt 23,15 m. Maximal
können in der B717-200 129 Passagiere bei einem Sitzplatzabstand von 76 cm befördert werden.
Die Kabine der B717 erfüllt alle aktuellen Richtlinien und Auflagen im Bezug auf
erschwerte Entflammbarkeit.
McDonnell Douglas warb bei der MD-95 aber für eine Einklassenbestuhlung von 117
Sitzplätzen bei einem Abstand von 81-84 cm. Die Sitzbreite wurde von McDonnell
Douglas immer mit 45,4 cm angegeben und empfohlen. Der
Mittelgang ist bei 2+3-Bestuhlung 48 cm breit. Die tatsächliche Sitzbreite und
der Abstand zwischen den Sitzen hängt aber natürlich davon ab, wie eine Airline
ihre B717 konfiguriert. Die maximal erlaubte Konfiguration erlaubt eine
Kapazität von 129 Passagieren in der Version -200. Bisher hat kein Betreiber
diese Maximumbestuhlung gewählt.
Courtesy: McDonnell Douglas
Der Hersteller warb
bei europäischen Fluggesellschaften für eine gemischte Bestuhlung für 111
Passagiere.
Die
Kabine einer B717 ist (selbst in den hinteren Sitzreihen) sehr leise. Jedes
Wandpanel erstreckt sich über zwei Kabinenfenster, die in so genannten
"Fensterbuchten" ihren Platz finden. Jedes Kabinenfenster verfügt über eine von
oben herunter rollbare Sonnenblende; an den Wandpanel- Übergängen und dem
Bereich zwischen zwei Fenstern ist die Oberfläche aus Festigkeitsgründen zur
Kabineninnenseite geformt worden. Die
Verkleidung um jedes der Kabinenfenster ist so ausgelegt, daß an ohne Werkzeuge
die Verkleidung entfernen kann um zum Beispiel eine Fensterblende auszuwechseln. Die
übliche 2+3-Bestuhlung wurde von der MD-80/-90 übernommen und diese
Konfiguration bietet 80 % aller Fluggäste einen Sitzplatz am Gang oder am
Fenster. Die Anzahl an unbeliebten Mittelsitzen ist somit geringer und das ist
ein echtes Komfort-Argument gegenüber Flugzeugen mit 3+3-Bestuhlung.
Handläufe dienen den Flugbegleitern als Hilfe bei Turbulenzen und im Steigflug,
falls sich Flugbegleiter schon den Gang hinauf und bergab begeben.
Handläufe/Courtesy: McDonnell Douglas
Courtesy: McDonnell Douglas
Gegenüber der MD-80 wurden die Bordküchen im
Grunde nur mit minimalen Veränderungen übernommen, die sich nun mal mit der Zeit
ergaben. dennoch wurde auch hier darauf geachtet, daß man nicht unnötigerweise
Komponenten austauscht, die sich im Einsatz bewährt haben. Da sich die
Rumpfstruktur der B717 gegenüber der MD-80 in den Abmessungen nicht verändert
hat, sieht man vom kürzerem Rumpf ab, konnte nur durch das neue Kabinendesign an
einigen Stellen ein paar Millimeter und vielleicht auch an in einigen Bereichen
ein Zentimeter an Platz gewonnen werden. Ansonsten entspricht die Kabine dem
Raumangebot einer MD-80. Durch neu entwickelten Gepäckfächer konnte aber das
Volumen deutlich erhöht werden. Die Frischluftdüsen und Leselampen usw. sind gut
positioniert und leicht zu bedienen.
Gewölbte Kabinendecke
Die Kabinendecke wurde so gestaltet,
daß sie zur Mitte hin etwas nach unten gewölbt ist. Mit diesem Trick und einer
ausgeklügelten Beleuchtung wird der Eindruck vermittelt, daß die Kabine
insgesamt viel breiter ist als eigentlich der Fall. 1998 wurde auf der ILA in
Berlin, ein exaktes Kabinen-Mockup der B717 vorgestellt. Dort konnte ich mich
erstmals von der Kabine der B717 überzeugen und das Gesamtergebnis ist einfach
phantastisch. Für mich persönlich stellt die Kabine eine Mischung der Kabine
einer MD-80 und einer A320 dar. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Herrn Rolf
Sellge zu unterhalten. Vorgestellt wurde in den Mock-up eine First Class und
eine Tourist Class. Die Gepäckfächer waren sehr leicht zu bedienen, schienen
robust zu sein, boten sehr viel Platz.
Große
Gepäckfächer/Courtesy: McDonnell Douglas
Die
Kabinenfenster erschienen sehr groß. Das Bedienpanel für
die Lüftung und Leseleuchten waren sehr gut erreichbar, der Sitzabstand in der
Economy Class war Standard. Das Kabinendesign der
B717 war und ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich aus ca. 500
Vertretern von Fluglinien, ihren Crews, "normalen" Passagieren und Designern
zusammen setzte.
Wieder ein Blick in die Kabine einer
B717 der AirTran mit First Class vorne und Economy Class jenseits des grauen
Vorhangs. Im hinteren Teil der Kabine scheint eine Flugbegleiterin etwas zu
verstauen. Courtesy: Harri Koskinen
Sehr
viele Faktoren wurden von Fluggesellschaften beachtet, geht es doch darum, eine
angenehme Atmosphäre zu schaffen und dem Fluggast zu vermitteln, daß es der
Luftfahrtgesellschaft wichtig ist, daß man sich als Gast wohlfühlt.
Viele Fluggäste sind
nach Angaben der Betreiber "sehr positiv über die Kabine der B717 überrascht".
Besonders auffallend sei die "Geräuscharmut, das schöne Design und der Komfort". Windgeräusche im
vorderen Teil der Kabine konnten behoben werden, genauso haben einige Fluglinien
ihre Sitze ausgetauscht, da sie sich als "unbequem" erwiesen. Flugbegleiter sollen
sich überaus positiv über ihren Arbeitsplatz geäußert haben. So sollen sich
Flugbegleiter der AirTran extra für B717-Dienste eingetragen haben, weil ihnen
der Arbeitsplatz so gut gefiel.
Vielen Dank!! Courtesy: René Posch
Kabinenservice an Bord einer B717 der
Bangkok Air/ Courtesy: Bangkok Air
Kabine einer B717-200 der AirTran/
Courtesy: ?
Courtesy: Boeing
Frühe Studien/Courtesy: McDonnell
Douglas
Frühe Studien/Courtesy: McDonnell
Douglas
Lichtverhältnisse werden gestestet,
links am Computermodell, rechts sehr wahrscheinlich in einem Mock-up//Courtesy:
McDonnell Douglas
Ergonomie der passenger service
units und der Kabinendeck 8siehe Wölbung zur Mitte hin) Frühe Studien/Courtesy:
McDonnell Douglas
Große Fenster, angenehme Form/Courtesy: McDonnell Douglas
Courtesy:
Boeing
Courtesy: Boeing
Oben: Hier sieht man Sitzreihen an
Bord einer B717 der Impulse Airlines. Alle bei dieser Fluggesellschaft
eingesetzten B717 und weitere sechs B717 aus beständen der TWA fliegen aktuell
noch (Frühjahr 2004) bei Qantas Link. Man beachte die großen Kabinenfenster.
Courtesy: David Knudsen
Konzept für eine Boeing 717 als
Privatjet/Courtesy: Boeing?
Courtesy: McDonnell Douglas
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