


Kerosintanks
der MD-80
Die
verschiedenen Varianten der MD-80-Serie haben unterschiedlich große
Kerosintanks, die im Tragflächen-Mittelstück und in beiden Tragflächen
untergebracht sind. Die
Mehrheit an MD-81, MD-82, MD-87 und MD-88 besitzt Kerosintanks mit einem
Fassungsvermögen von 22106 Litern. Die MD-83 weist standardgemäß Zusatztanks auf
und so steigt hier die Kapazität auf 26495 Liter. MD-87 ER
weisen auch identische Treibstofftanks auf und fassen ebenso viel Kerosin, wie
die MD-83. Einige MD-88 haben ebenfalls ein Fassungsvermögen, daß dem einer
MD-83 entspricht. Sensoren überwachen, daß (mit bestimmten Toleranzen) kein zu großes
Ungleichgewicht zwischen linken und rechten Tragflächentanks entsteht und
dadurch eventuell ein Flugzeug plötzlich im Reiseflug außer Kontrolle gerät. Innerhalb der Tanks sind „Schotts“ eingebaut, damit in Kurven oder beim
Steigflug das mitgeführte Kerosin nicht zu sehr in Bewegung gerät und Probleme
bereitet. Die
Tanks werden kontinuierlich entlüftet und so auch verhindert, daß sich beim
Verbrauch des Kerosins ein Vakuum innerhalb der Tanks bildet. Regelmäßige
Kontrollen sind notwendig, damit man gefährliche Wasserruckstände entdeckt und
auch die Undurchlässigkeit der Tanks gewährleisten kann. Kerosin ist bei einigen
Pilzkulturen sehr beliebt und darum muss man auch darauf achten. Pilzbefall kann
man durch Beimengung von Unkrautvernichtungsmittel wirksam entfernen.
Bei der MD-80 wird das erforderliche
Kerosin mittels einer Hochdruckbetankungsanlage von unten in die
Tragflächentanks gepumpt. Mit dieser Technik können bis zu 2000 Liter Kerosin
pro Minute getankt werden. Eine MD-80 kann somit in 10-12 Minuten voll getankt
werden. Kerosin muß eine hohe Reinheit
besitzen. Verunreinigungen können Triebwerke nachhaltig beschädigen oder
zumindest die Leistung erheblich einschränken. Viele Vorkehrungen werden
getroffen, damit möglichst nur sauberes Kerosin in die Tanks gelangt. So wird
Treibstoff nach fest gelegten Zeiten vor der Verwendung gelagert, damit sich
Rückstände absetzen können. Filter sorgen für weiteren Schutz und beim Tanken
sorgt ein weiterer Filter für die notwendige Sauberkeit. Außerdem werden ständig
Proben entnommen und auch geprüft, ob Wasser im Kerosin ist. Zwar verfügt die
MD-80 über beheizbare Treibstoffpumpen, aber man kann sich ausmalen, daß
gefrorene Wassertropfen im Reiseflug nicht förderlich sind und nicht beheizte
Kerosinpumpen verstopfen können.
Bei der MD-80 sorgen die
Tragflächentanks dafür, daß das Gewicht des Kerosins die Biegemomente der
Tragflächen reduziert. Dadurch braucht die Tragfläche nicht noch stärker
konstruiert zu werden, ist aber dennoch aufgrund fehlender Triebwerke an den
Tragflächen (als zusätzliches Gewicht) dennoch stärker ausgelegt als bei der
Boeing 737
oder Airbus A320. Soweit ich richtig informiert bin, muß
eine MD-80 beim Start eine Mindesttreibstoffmenge mit sich führen, die sich in
den Tragflächen befindet. Das erscheint logisch, da natürlich Kerosin auch für
einen kurzen Flug benötigt wird. Durch
die Sonderwünsche diverser MD-80-Betreiber ist es immer wieder möglich, daß die
Größe der Kerosintanks von der Norm abweicht.
Linke Tragfläche einer
MD-87 der Japan Air System/ Courtesy: ?

Hier die
Angaben von McDonnell Douglas
Kapazität der Treibstofftanks:

MD-81/-82/-87: 17748 Kg

MD-83: 21183 Kg

MD-87LR: 21183 Kg

MD-88: optional wie MD-81/-82
oder MD-83

Die optionalen Zusatztanks
werden bei Bedarf zwischen vorderem und mittlerem Frachtraum, sowie im
vorderem Teil des hinteren Frachtraums installiert. Diese Option führt zu
einer Reduzierung des Frachtraumvolumens.
Die
MD-80 kann durch ihre Leistungsfähigkeit sehr effizient und zeitsparend
eingesetzt werden.
Durch eine richtige Flugdurchführung kann bei
der MD-80 erheblich bei den Betriebskosten gespart werden. Sehr wichtig scheint
dabei das Treibstoff-Management zu sein. In
Regionen mit überlasteten Lufträumen und unkoordinierter und von nationalen
Interessen ineffizienten Luftraumüberwachung zwischen verschiedenen Ländern,
müssen Fluggesellschaften immer wieder mit Verspätungen und Warteschleifen
rechnen. Diese
Tatsache führt zu unnutzem Treibstoffverbrauch. Viele
Luftfahrtgesellschaften drängen Piloten mit theoretischen Treibstoffplänen dazu,
möglichst effizient mit "Ideal-Kerosinmengen" ihre Flüge zu absolvieren. Viele
erfahrene Piloten ordern aber auf einigen Flügen mehr Kerosin, weil ihnen
bewusst ist, daß man auf einigen Flughäfen bis zu 30-40 Minuten bis zur
Startbahnschwelle benötigt. In
anderen Fällen wissen erfahrene Piloten, daß ein Flughafen chronisch überlastet
ist oder die Wettervorhersage eher zu optimistisch ist und auf einer Strecke
erheblicher Gegenwind besteht und dazu auch noch am Zielflughafen sehr
schlechtes Wetter herrscht. Starker Gegenwind resultiert in einem erhöhten
Treibstoffverbrauch. Ist der Treibstoffverbrauch zu groß, so muss eine
Zwischenlandung durchgeführt werden. Zwischenlandungen sind teuer und für die
Passagiere und Besatzungen belastend. In
einigen Fällen erreichen die Besatzungen ihre maximal erlaubte Dienstzeit. Muss ein
(immer eingeplanter) Ausweichflughafen angesteuert werden, so muss für den
Transport oder die Unterbringung der Fluggäste gesorgt werden. Durch
eine etwas großzügigere Treibstoffplanung können Toleranzen eingebaut werden,
die sich vielfach als sehr hilfreich auswirken, der Fluglinie enorme Kosten
sparen und der Besatzung ermöglichen, länger in einer Warteschleife auf
Wetterbesserung zu warten und dann verspätet, aber am Zielflughafen zu landen.
Effiziente Treibstoffplanung
Eine
effiziente Treibstoffplanung ist andererseits sehr wichtig und auch
wünschenswert. So
nützt es wenig, zuviel transportiertes Kerosin mitfliegen zu lassen, weil dieses
zusätzliche Gewicht den Kerosinverbrauch deutlich steigen lässt. Denn es
gilt grundsätzlich, daß ein leichtes Flugzeug weniger Treibstoff für ihren Flug
benötigt. Wird
unnötig viel Treibstoff mit transportiert, so liegt der Verbrauch im
Durchschnitt 4% pro Flugstunde höher. Wenn
man also 1000 Kg Kerosin mehr transportiert als notwendig, dann werden ca. 40 Kg
mehr Kerosin verbraucht! Die
MD-80 wird meistens nicht mit der möglichen, maximalen Reisegeschwindigkeit von
Mach 0.82 bis 0.84 geflogen. Reisegeschwindigkeiten von Mach 0.76 bis 0.78 sind
üblicher. Unter gegebenen Umständen ist auch Mach 0.74 ein guter Kompromiss.
Durch eine etwas geringere Reisegeschwindigkeit wird die Effizienz der MD-80
deutlich erhöht, die Triebwerke weniger belastet und der Kerosinverbrauch
reduziert sich noch weiter. Wie
sicherlich den meisten bekannt ist, bestehen auch im zivilen Luftverkehr
Geschwindigkeitsbegrenzungen. Unter 10000 ft dürfen Flugzeuge nicht schneller
als 250 kt fliegen, unter 5000 ft sind 210 kt die Obergrenze. Diese Regelung
gilt international und wird nur in Ausnahmefällen nicht eingehalten. So gibt
es logischerweise Flugzeugmuster, die ganz bestimmte Fluggeschwindigkeiten nicht
erreichen können oder mit zu geringer Fluggeschwindigkeit instabil werden. Die
Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden in den 60er Jahren eingeführt. Damals
kam es zu Luftkollisionen durch überlastete Fluglotsen. Die damals relativ neuen
Jetliner bewegten sich viel schneller durch die Luft und es war anscheinend
üblich, mit sehr hoher Fluggeschwindigkeit z.B. den Sinkflug einzuleiten und
erst sehr spät das Flugzeug auf die richtige Endanfluggeschwindigkeit
abzubremsen. Durch eine einheitliche Regelung konnten die Fluglotsen viel besser
den ab- und anfliegenden Flugverkehr koordinieren und eine weitere
Gefahrenquelle wurde eliminiert. Durch
die reduzierten Fluggeschwindigkeiten können sich Piloten viel effizienter auf
die von den Fluglotsen angeordneten Geschwindigkeitswerte anpassen. Die
Geschwindigkeitsbegrenzungen führen aber auch dazu, daß Piloten auf
Kurzstreckenflügen nur höchst begrenzte Möglichkeiten haben, größere
Verspätungen aufzuholen. Hier mit Rambo-Manier durch einen schnelleren Reiseflug
die verloren gegangene Zeit wieder aufzuholen, wird von den meisten Fluglinien
nicht erwünscht. Die MD-80 kommt im Betrieb sehr gut mit den Regelungen zurecht,
kann hohe Steigraten und ohne größere Probleme zugewiesene Flughöhen
(flight-levels) erreichen.


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