|
Klimaanlage der McDonnell Douglas MD-80 Eine Klimaanlage kann, sofern sie richtig eingestellt und auch richtig bedient wird, für eine angenehme Temperatur und für behagliche Reisebedingungen an Bord sorgen. Die Klimaanlage und eine Druckkabine sollen zu allen Jahreszeiten und unter allen Witterungsbedingungen für eine konstante Kabinentemperatur, eine stetige Erneuerung der Luft innerhalb der Kabine, für eine mäßige Luftfeuchtigkeit und für die Beibehaltung eines notwendigen Kabinendrucks sorgen. Die Klimaanlage soll garantieren, daß innerhalb von 30 Minuten die Temperatur von – 23°C auf + 21°C erhöht werden kann. Unter allen Bedingungen eine akzeptable Kabinentemperatur Unter tropischen Bedingungen soll die Klimaanlage garantieren, daß die Kabinentemperatur von + 38°C und 95 % Luftfeuchtigkeit, innerhalb von 30 Minuten auf + 27°C und 60 % Luftfeuchtigkeit gebracht werden kann. Unter solchen extremen tropischen Temperaturen sollte man aber eher darauf aufpassen, daß es erst gar nicht so heiß in der Kabine wird oder die Kabine ausreichend gekühlt ist, sobald Passagiere einsteigen. Die Kabinenluft wird bei Betrieb kontinuierlich innerhalb von 3 Minuten durch Frischluft ersetzt, wobei hier aber aus wirtschaftlichen Gründen, rund 60 % der Luft aufbereitete (gefilterte) Kabinenluft ist. Der Austausch findet in einer Geschwindigkeit statt, die von Passagieren und Crew nicht als unangenehm empfunden wird (unter 0,2 m pro Sekunde). Trockene Kabinenluft Aus ebenfalls wirtschaftlichen, aber auch operationellen Gründen zeichnet sich die Kabinenluft in Flugzeugen als sehr trocken aus. Jeder Passagier kann sich von der Trockenheit überzeugen, wenn man ein Brötchen ein paar Minuten auf dem Tablett lässt: es wird knochentrocken. Trockene Kabinenluft wird oftmals als unangenehm empfunden, dennoch wäre es aus Kostengründen zu teuer, der extrem trockenen Triebwerkszapfluft durch Wassereinspritzung eine höhere Feuchtigkeit zuzuführen. Oftmals wird die Kabinenluft als etwas zu kühl empfunden. Hier liegt wohl der Grund darin, daß die Klimaanlage etwas zu kalt eingestellt wurde, damit die Flugbegleiter nicht zu sehr ins Schwitzen kommen. Bordservice kann sehr stressig sein und viele Bewegungsabläufe erfordern... Aufheizeffekt durch Passagiere Beachtet werden sollte aber, daß eine vollbesetzte Kabine durch die Passagiere einen eigenen Aufheiz-Effekt hat. So muss unter Umständen trotz tiefer Temperaturen nicht oder nur wenig geheizt werden. Auf längeren Flügen und auf Langstrecken wird oftmals der Anteil an Frischluft etwas reduziert, damit Passagiere müde werden und schlafen. Die Trockenheit der Kabine hat aber den enormen Vorteil, daß etwaige Feuchtigkeit durch nasse Kleidung oder eingedrungene, regengetränkte Außenluft schnell verschwindet. Durch ein Drainagesystem wird aber auch bei einer MD-80 versucht zu verhindern, daß Kondenswasser gefährliche Korrosion verursachen kann. Installation im Heck Im Heck einer MD-80 sind zwei voneinander unabhängig arbeitende Klimaanlagen installiert und diese werden durch komprimierte Luft gespeist, die von den Triebwerken abgezapft wird. Die Klimaanlage sorgt durch ihre ausgefeilte Technik dafür, daß durch zahlreiche Ventile und andere Systeme, die gewünschte Temperatur und außerdem auch der gewünschte Kabinendruck eingestellt wird. Die Kabinendruckregulierung erfolgt automatisch. Beide Klimaanlagen versorgen eine Mischkammer. Dem Cockpit werden 30 % der Luft der linken Anlage automatisch zugeführt. Die Ventilationsluft und die restlichen 70 % werden in die Passagierkabine geleitet. Durch diese Aufteilung können in der Kabine und im Cockpit verschiedene Temperaturen besser eingestellt werden. Hier sei erwähnenswert, daß im Cockpit zahlreiche Instrumente gekühlt werden müssen. Bei Ausfall einer Klimaanlage wird das Verhältnis der zugeführten Luft auf ein 50:50 - Verhältnis aufgeteilt. Bei der MD-80 werden die Frachträume aus Gründen des Feuerschutzes nur teilweise belüftet, sind aber alle ebenfalls Bestandteil der Druckkabine. Einer der Frachträume ist aber beheizt, damit zum Beispiel mitreisende (Haus) - Tiere nicht frieren. Damit kein gefährlicher Differenzdruck zwischen Passagierkabine und Frachträumen entstehen kann, dienen Druckausgleichsventile für den gewünschten Druckausgleich zwischen Frachträumen und Kabine. Sicherheitsventile Zwei Sicherheitsventile, die man vorne am Rumpf sehen kann, dienen als Schutz gegen Kabinenüberdruck. Wird versehentlich oder durch einen Defekt ein bestimmter Differenzdruck überschritten, so wird der Überdruck über diese Ventile nach außen geleitet. Der Kabinendruck stellt sich immer auf den gewünschten Wert ein und entspricht im Reiseflug einer Höhe von 1800 m bis 2200 m, reguliert sich dann bis zur Landung wieder auf den Luftdruck, der auf dem Zielflughafen herrscht. Auslassventile sorgen dafür, daß bis zum Aufsetzen des Hauptfahrwerkes der Kabinendruck exakt dem Wert des Landeortes entspricht. Das geschieht während eines Landeanfluges mit einer „Sinkgeschwindigkeit“ von rund 200 m pro Minute und nicht schneller, damit Passagiere nicht zu sehr spüren, wie sich der Luftdruck verändert. Trotzdem knackt es oft in den Ohren. Bei Nutzung der Schubumkehr werden beide Klimaanlagen automatisch abgeschaltet und so verhindert, daß eventuell durch die Schubumkehr aufgewirbelte Fremdkörper durch die Lufteinlässe der Klimaanlagen geraten und in die Kabine geleitet werden. Dieser automatische Vorgang ist für 20 Sekunden vorgesehen (und danach arbeiten die Klimaanlagen wieder), aber solange die Schubumkehr genutzt wird, bleiben die Klimaanlagen abgeschaltet.
Diese MD-81 rollt mit schneebedecktem Rumpf vorbei/Courtesy: ?
Sämtliche Texte (ausgenommen Zitate) sind von mir verfasst worden und dürfen NICHT anderweitig verwendet werden.
IMPORTANT:
|