Die indonesische
Lion Airlines wurde 1999 gegründet und nahm am 30.06.2000 ihren Flugbetrieb
mit einer Strecke zwischen Jakarta und Pontianak auf und die Flotte umfasste
in der ersten Phase u.a. zwei 737-200, drei Yak-42D und einer A310-300 soll am
15.10.2001 um eine erste 165-sitzige MD-82 ergänzt worden sein und recht schnell
wurde der Flugbetrieb auf diesen Flugzeugtyp mit sieben MD-80
standardisiert.
In der
regionalen indonesischen Presse wird für "Lion Air" auch der Name "Lion
Mentari Air"
verwendet. Der vollständige Name ist "PT Lion Mentari Airlines", wobei
zumeist "Lion Air" oder "Lion Airlines" in den Medien verwendet wird.
Hauptsitz und operationelle Basis von Lion war und ist der Flughafen Jakarta
- Soekarno-Hatta.
Wachstum mit der MD-82
Mit der MD-82 wurde auch das schlichte, aber gleichermaßen
recht attraktive Farbschema eingeführt und die Fluggesellschaft wird in der
Presse zunehmend vereinfacht "Lion Air" genannt. Die MD-82 ersetzte in
dieser Phase Yak-42D und als Beispiel wurden die Routen
Kuala
Lumpur-Surabaya-Jakarta-Medan-Jakarta-Kuala Lumpur und eine eine tägliche
Nutzungsdauer von 9 bis 10 Stunden angegeben.
Zu diesem Zeitpunkt übernahm die
GMF (Garuda Maintenance Facility) die technische Betreuung der MD-80 -
Garuda kann selber auf eine lange Erfahrung mit der DC-9 verweisen.
Bei Lion Air setzte innerhalb einer sehr kurzen Zeit eine überaus zügige und
aggressive Expansionsphase ein und schon 2003 wird von Lion Air gemeldet, daß man eine
Flotte von 19 MD-82 einsetzen würde und Pläne hätte, bis zum Jahr 2005 die
Flotte auf 52 MD-80 ausbauen zu wollen...
Courtesy: ?
MD-82 ist "ace card" für
Lion Air
Für Lion Air war einst offiziell
die MD-80 strategisches Instrument für ihren steilen Aufstieg im
indonesischen Flugverkehr. Dies soll u.a. mehrere Gründe gehabt haben: die
MD-80 war in Indonesien zu diesem Zeitpunkt relativ unbekannt und Lion Air
hat mehr oder weniger diesen Flugzeugtyp (gegenüber den erheblich stärker
bekannten Boeing 737-200) als "neu" vermarktet. Gleichzeitig konnte Lion Air
durch die erheblich größere Passagierkapazität ihrer MD-80 gegenüber den
kleineren Boeing 737-200 pro Strecke aufwarten. Dies ermöglichte Lion Air,
schlicht mehr Kapazität pro Flug anzubieten und dazu auch die Kosten pro
Sitzplatz insgesamt teilweise erheblich drücken. Dies soll dann mehrheitlich
zu Ticketpreisen geführt haben, die insgesamt niedriger gewesen sein sollen
als bis dahin bekannt. Die damalige Strategie von Lion Air war u.a. auch,
dass man eventuelle Konkurrenten von ihren Strecken durch maximal gedrückte
Tiefstpreise fernhalten wollte. Vielfach wurde in regionalen Medien darüber
berichtet, dass Lion Air Flugpreise anbot, die denen von Land- und
Seetransporten ebenbürtig waren! Dies ermöglichte vielen Menschen erstmals,
eine Flugreise als Transportweg zu wählen und dies mit den Vorzügen,
erheblich schneller zu reisen. Für viele Menschen waren bis dahin Flüge mit
etablierten indonesischen Fluggesellschaften schlicht zu teuer. Lion Air
gewann durch ihre Preispolitik höchst wahrscheinlich Kundenkreise hinzu, die
bis dahin gar nicht als Kunden in Frage kamen.
Rasanter
Ausbau des Streckennetzes
Außerdem war geplant, daß fünf Dash 8-300 für regionale Routen durch die
Tochtergesellschaft "Wings" betrieben werden sollten. Mitte 2003 wird
gemeldet, daß Lion Air mittlerweile die zweitgrößte Fluggesellschaft in
Indonesien ist und man plane, zehn Dash 8-300 für Wings und sieben Fokker
100 sowie acht weitere MD-82 anmieten zu wollen. Die Dash 8 und Fokker 100
sollten Zubringerdienste zwischen regionalen Flugplätzen und Flughäfen
ermöglichen, die Lion Air mit MD-80-Gerät aus verschieden und zumeist
operationellen Gründen nicht bedienen könne. Diese Pläne wurden so nicht
umgesetzt, drei tatsächlich zur Auslieferung gekommene Dash 8 sollen bis
Ende 2006 wieder ausgemustert werden. Abweichend
gab es dann Meldungen über eine Umrüstung der MD-80-Flotte in eine
Zweiklassen-Konfiguration für 144 Passagiere, inklusive acht First (oder
Business?) Class-Sitzplätzen in einer 2+2-Konfiguration. Die Fokker 100
wurde bislang kein Flottenbestandteil der Wings Abadi Air, die sich Ende
2007 offiziell aus acht MD-80 und zwei Dash 8 zusammensetzen soll.
Große
Ambitionen
Ende 2003 wird bekannt, daß Lion Air Großraumgerät für
längere Strecken einsetzen möchte, abweichend davon kamen aber auch
Meldungen, daß es Boeing 757 sein könnten, mit denen Langstrecken
aufgenommen werden sollten. Konsequent wurde das Inlandnetz weiter
ausgebaut und nahezu jede wichtige indonesische Stadt wurde ins Streckennetz
eingebunden, welches primär ab ihrer Basis Jakarta aufgebaut wurde. Die
technische Zusammenarbeit mit Garuda Indonesia endete, während Garuda
weiterhin für die Bodenabfertigung bei Lion Air sorgte.
Courtesy
and Copyright: md80design
Im Frühjahr 2004 erscheinen
Meldungen, daß Lion Air die Indienststellung von zehn Airbus
A320 vorbereiten würde. Die A320 sollten Gerüchten zufolge die MD-82 ersetzen, wobei dann die MD-80 bei
"Wings" weiterhin eingesetzt werden sollten. Lion Air erhoffte
sich unbestätigten Aussagen nach wahrscheinlich durch den Einsatz von A320 "eine höhere
Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konkurrierenden asiatischen
Fluggesellschaften, die in Kürze u.a. mit A320 operieren wollen". Ende Sommer 2004 verdichten
sich aber wiederum Meldungen, daß Lion Air möglicherweise ihre MD-80-Flotte zugunsten von
Boeing 737-400 ersetzen könnte. Lion Air hatte zu diesem Zeitpunkt auch
schon erste 737-400 in Dienst gestellt, denen dann auch Boeing 737-300
folgten.
Weiteres Wachstum und erste
Probleme
Lion Air hat sich innerhalb
kürzester Zeit rasant entwickelt. Ironischerweise lässt Lion Air sämtliche
Bodenabfertigung von Garuda durchführen und dies soll zu sehr günstigen
Konditionen für Lion Air geschehen. Garuda selber spürt massiv den
Wettbewerbsdruck durch Lion Air etc.. Hier eine Meldung von 2004, die den
weiteren Ausbau der MD-80-Flotte vorsah:
JAKARTA, June 11 Asia Pulse -
Privately owned airline company Lion Air said it will lease 19 units of
MD-82 and Boeing 737-400 aircraft this year to serve international and
domestic routes. The company will lease the aircraft from General
Electric Leasing Company, its public relations manager Hasyim Arsal...
Courtesy: Asia Pulse
Im November 2004 wird gemeldet,
daß Lion Air zehn weitere MD-80 kauft und auch fünf MD-90 übernehmen möchte,
während gleichzeitig die 737-400-Flotte moderat weiter ausgebaut wurde. Das
Streckennetz wurde weiter ausgebaut und internationale Routen nach Singapur,
Penang und Kuala Lumpur wurden eröffnet. Der kommerzielle Erfolg und die
offiziell hohe Popularität von Lion Air wurde aber zunehmend durch
Zwischenfälle überschattet. Glücklicherweise verliefen diese glimpflich und
dennoch entstand der Eindruck, daß Lion Air operationell möglicherweise an
ihre Grenzen stieß. So wurden immer häufiger operationelle Standards, der
technische Zustand der Flugzeuge etc. negativ kritisiert. So würden die
MD-80 einen erbärmlichen Eindruck" machen.
Leider zeitweise wenig
vertrauenswürdiger Eindruck der MD-80
Die Nachfrage nach
internationalen Flügen blieben rückblickend recht schnell hinter den
Erwartungen zurück. Lion Air reduzierte merklich ihr Angebot auf ihren
internationalen Routen, möglicherweise auch, da es zahlreiche Konkurrenten
gab und gibt. Es liegen genug Fotodokumente vor, die leider den Eindruck
verstärken, dass die MD-80 von Lion Air einen - diplomatisch ausgedrückt -
ziemlich ramponierten Eindruck mach(t)en.
Dabei sind einige Eindrücke
meiner Ansicht nach schlicht auf den intensiven Einsatz der MD-80-Flotte bei
gleichzeitig minimaler optischer Pflege zurückzuführen. Auf einigen
Dokumenten wirken die MD-80 durch Witterungseinwirkungen verbunden mit
Schmierstoffen etc. ziemlich ungepflegt, der offiziell weiße Rumpf
unterstützt sicherlich dann die Schmutzwirkung negativ. Dies sind aber
meiner Ansicht nach keine relevanten Faktoren. Gleichzeitig existieren aber
Fotografien, die den teilweise fragwürdigen Zustand an Bord manch einer
MD-80 der Lion Air aufzeigen. Darunter gibt es Aufnahmen von Kabinendecken,
die mit Paketklebeband justiert und eventuelle Ritzen zwischen der
Deckenverkleidung mit Papiertaschentüchern zugestopft sind. Die
Authentizität dieser Aufnahmen ist sehr wahrscheinlich, werden hier aber aus
bestimmten Gründen nicht in diese Homepage gestellt.
MD-82-Unglück - Flug JT538 in
Solo
Am 30.11.04 verunglückte eine MD-82 bei einer
missglückten
Landung in Solo und 31 Tote waren zu beklagen. Gerüchten zufolge landete das
Flugzeug trotz sehr schlechter Wetterverhältnisse, da die Crew keine
Treibstoffreserven für eine alternative Ausweichlandung hatte. Die MD-82
soll dann aufgrund einer "gefluteten Landebahn" und "Rückenwind" die Piste
überrollt haben und ist dann in auf einem Friedhof zerschellt. Dieses Unglück warf
offiziell Zweifel über
den Zustand von Lion Air auf, beeinflusste aber offensichtlich den weiteren
Erfolg nicht, obwohl verschiedenen Quellen nach die Passagierzahlen um
30-40% eingebrochen sein sollen.
Erstkunde für die 737-900ER
Mitte 2005 bestellt Lion Air 30
Boeing 737-900ER, vereinbart Optionen für weitere 30 Exemplare und wird
somit zum Erstkunden dieser 737-Version, die sich von der 737-900 u.a. durch
Strukturverstärkungen, zwei zusätzliche Notausgänge hinter den Tragflächen
und einer höheren maximalen Sitzplatzkapazität unterscheidet. Außerdem
bietet diese 737-Version eine gegenüber der -900 erheblich weiter
gesteigerte Leistungsfähigkeit.
MD-82 mit leicht modifizierter
Farbgebung (rote Triebwerksverkleidung) /Courtesy
and Copyright: md80design
Laut ihrer Website, setzt Lion
Air im Sommer 2006 u.a. 22 MD-82/-83 ein. Einige Quellen im Internet weisen aber
darauf hin, daß einige MD-80 abgestellt sind und als Ersatzteillager
ausgeschlachtet werden. Dazu gehört u.a. eine MD-80, die bei einem
glimpflich verlaufenen Landeunfall offensichtlich abgeschrieben wurde.
Weitere Flugzeugtypen sind Boeing 737-300/-400 und Dash 8-300 sowie fünf
MD-90. Im Juli 2006 wandelt Lion Air
ihre Optionen für weitere 30 Boeing 737 in Festbestellungen um. Während die
ersten 30 Boeing 737 ab 2007 zur Auslieferung gelangen werden, so sollen die
zusätzlichen 737-900ER zwischen 2010 und 2012 ausgeliefert werden. Mit
Lieferung der 737 sollen die MD-82/-83 schrittweise an Wings transferiert
werden.
Im Spätsommer 2006 gibt es
ernstzunehmende Meldungen, daß zeitweise nur noch fünf MD-80 bei Lion Air in
Eigenregie eingesetzt werden, andere Flugzeuge mittlerweile an Wings
transferiert wurden und wieder andere aus verschiedenen Gründen nicht im
Einsatz stehen, sondern abgestellt sind.
Weiteres Wachstum mit der Boeing 737-900ER
This article documents a current event.Information may
change rapidly as the event progresses.
Am 18.06.07 wird bekannt, dass
Lion Air weitere 40 Boeing 737-900ER bestellt hat. Bislang wurden bis dato
drei Boeing 737-900ER an Lion Air ausgeliefert und in diesem Jahr sollen
insgesamt sieben Boeing 737-900ER zur Auslieferung gelangen. Glaubt man
verschiedenen Meldungen, so soll es Probleme innerhalb von Lion Air bei den
Umschulungen von Piloten von MD-80/-90 auf Boeing 737-900ER geben, da der
Hersteller Boeing assistierend bei der Ausbildung von Piloten für die
737-900ER voraussetzt, dass nur Piloten umgeschult werden, die zuvor
Erfahrung auf der Boeing 737-300/-400 sammeln konnten. Falls diese Meldung
stimmen sollte, so spaltet dies die Pilotenschaft der Lion Air in mindestens
zwei Lager, denn es wird MD-80/-90-Piloten von Anfang an keine normale
Umschulung ermöglicht.
Es gibt wage Spekulation, was
hinter dieser Auflage von Boeing stecken könnte. Oft kann man lesen, dass
die Boeing 737-900ER eine stark von der MD-80/-90 abweichende
Flugcharakteristika aufweist und es u.a. in den ersten Betriebsmonaten
der 737-900ER bei Lion Air zu drei oder vier Heckberührungen bei Landungen
gekommen sein soll. Als Reaktion assistiert Boeing weiterhin und hat
anscheinend Auflagen erlassen.
Ausmusterung der MD-80/-90 bis
2010
Glaubt man diversen
Informationen im Internet, so setzen Lion Air ab April 2008 nur noch zwei
bis drei MD-80 tatsächlich aktiv ein. Zusätzlich kommen weiterhin fünf MD-90
zum Einsatz, sowie zwei Boeing 737-300 (jeweils 148 Sitzplätze), neun
Boeing 737-400 (jeweils 158 Sitzplätze) und mittlerweile zwölf Boeing
737-900ER mit jeweils 212 Sitzplätzen. Weitere 168 Boeing 737-900ER sind
bestellt, wobei ein teil der neuen Flugzeuge bei Tochtergesellschaften (z.B.
sechs Flugzeuge bei "Lion Air Australia") zum Einsatz kommen sollen.
Unbestätigt sollen alle MD-80
bis 2010 und die MD-90 ebenfalls 2010 ausgemustert werden.
Siehe bitte
auch:
Lion Air ist ein Betreiber der
MD-90. Für weitere Informationen, klicke bitte auf das Logo:
Informationen von Lion Air (September 2006):
"...To accommodate the high
demand of air transportation, Lion Air chose MD-80 series aircraft, which is
very efficient and also convenience with 165 passenger capacity
Currently, Lion Air has a fleet
of 36 aircrafts, consisting of 22 units MD 80-series, five units MD
90-series, six units B737-400, and three feeder aircrafts of Dash 8.
In 2006, Lion Air will add, at
least, 12 aircrafts that consists of nine units B737-400 and three units
B737-300. From year 2007 until 2010, 30 aircrafts of B737-900ER will be
delivered to strengthen Lion Air fleets. B737-900ER is the newest member of
Next Generation B737 family with the most advanced single aisle commercial
airplane in the world.
B737-900ER will enable Lion Air
to offer more nonstop flight at low fares to more destinations throughout
Indonesia and beyond."
Lion Air
experimentierte mit zwei anderen Farbvariationen, bevor das dann bekannte
Schema eingeführt wurde:
Mindestens eine MD-82 wurde tatsächlich in der alten Bemalung von Lion Air
vorgestellt/Courtesy
and Copyright: md80design
Courtesy: ?
Courtesy: ?
Sämtliche
Texte (ausgenommen Zitate) sind von mir verfasst worden und dürfen NICHT
anderweitig verwendet werden.
IMPORTANT:
This is a complete non-profit
website and it is not associated with Boeing nor any other commercial
organizations. It has been built exclusively for MD-80 enthusiasts and
anything posted here may not be used for any commercial purposes.