



McDonnell Douglas MD-80-UHB
Die Größe des By-pass-Verhältnisses ist
(zur Zeit) nur in gewissen Grenzen realisierbar, denn es müssen die heute
übliche Geometrie eines Flugzeuges beachtet werden (Gewicht, Parameter, Größe
der Fanblätter um nur einige zu nennen). Studien führten darum zum "Very High
By-pass Ratio" (VHB) und zum "Ultra High By-pass Ratio" (UHB).
Es ist
im Grunde ein "offener Fan" - ein Fan, der sich wie ein Propeller im freiem
Luftstrom bewegt.
Courtesy: McDonnell Douglas
Durch
diese Technik konnten By-pass-Verhältnisse im Bereich von 30:1 bis 80:1 erreicht
werden! 1987/88 wurde an einer MD-80 ein GE36 (UDF) Demonstrator-Triebwerk
erprobt. Große Hoffnungen wurden offiziell von McDonnell Douglas in diese
Technologie gesetzt. Das Konzept war schon so weit fortgeschritten, das es in
dieser Phase als "MD-90" vermarktet werden sollte. Mit den ersten Ergebnissen
der Flugerprobung war der Hersteller so zufrieden, dass ab Mitte 1988 eine groß
angelegte Marketing-Kampagne gestartet werden sollte. Mit einem
Nebenstromverhältnis von 36:1 sollte sich das UDF (General Electric GE 36
Gebläsetriebwerk) durch Kraftstoffeinsparungen von ca. 30 bis 37% gegenüber der
Standard-MD-80 auszeichnen!
MD-90, MD-91, MD-92 etc..
Zwei Varianten sollte es geben: die
MD-91 sollte in den Abmessungen nahezu exakt der MD-87 entsprechen und 114
Passagiere über ca. 4000 Km befördern können. Die MD-92 sollte alternativ nahezu
identisch mit der MD-80 sein und 165 Fluggäste über ebenfalls 4000 Km
transportieren können.
Tests im Windkanal/Courtesy: McDonnell Douglas
Das maximale Startgewicht der MD-91
sollte 58510 Kg betragen und mit der Lieferung der ersten MD-UHB wurde mit Ende
1992 gerechnet, wobei aber nicht feststand, welche der beiden Versionen zuerst
auf den Markt kommen würde und dies sollte auch durch die Kunden bestimmt
werden. So oder so wäre das zweite Modell dann 1993 eingeführt worden.
Nach außen leise, innen laut und
vibrierend...
Der externe Lärmpegel soll sehr
gering gewesen sein, aber die Lärmentwicklung im hinteren Teil der Kabine und
übermäßige Vibrationen stellten McDonnell Douglas vor Problemen. Ziel war es
nämlich, eine noch leisere Kabine zu bieten als es die MD-80 vermochte. Auch
wurde überlegt, inwieweit ein höheres Risiko durch Fremdkörpereinwirkungen
bestehen würde/könnte. Während der Erprobung konnte anscheinend erreicht werden,
dass 75% der Passagierkabine nahezu schwingungsfrei wurden und selbst im
hinteren Bereich waren die Werte soweit reduziert, dass man dort eine
Passagiersektion einbaute und Passagiere wie auch verantwortliche von
interessierten Fluggesellschaften zu Testflügen einladen wollte. Ob diese
Testflüge tatsächlich stattfanden, konnte ich nicht ermitteln.
Ungewohnter Anblick/Courtesy: McDonnell Douglas
Das Projekt verlief aber wieder im
Sande, die Bezeichnung "MD-90" wurde ab 1989 für die uns heute bekannte MD-90
adaptiert und hat so gesehen recht wenig mit der Grundidee zutun. Ein wichtiger
Kritikpunkt gegen die Verwendung von UHB-Antrieben war u.a. eine fragliche
Akzeptanz durch Passagiere. Der Anblick wirkte nicht vertraut und nicht wenige
hätten eventuell diese Antriebsform mit Propellern gleichgesetzt und dann
(fälschlicherweise) ein Propellerflugzeug als alt und somit unsicher
klassifiziert. Unabhängig davon, dass solche Behauptungen haltlos sind und jeder
Grundlage entbehren, so musste dies aber ebenfalls berücksichtigt werden.
Potentielle Kunden
1988 wurden folgende potentielle
Interessenten in der Presse für die MD-UHB genannt: Delta Air Lines, American
Airlines, Northwest Airlines, Air Canada, Alitalia, British Airways, SAS,
Swissair und Thai Airways. Von diesen genannten Fluggesellschaften entschieden
sich dann nur zwei für die dann bekannte MD-90: Delta und SAS...

Courtesy: McDonnell Douglas