



Midwest Express MD-88/Courtesy
and Copyright: md80design
Die
Midwest Express übernahmen 1989 zwei MD-88, die eigentlich für die
kanadische Wardair
bestimmt waren. Die in Milwaukee beheimatete Fluggesellschaft ist für ihre komfortablen Kabinen und ihren
guten Service bekannt und so wurden auch die MD-88 sehr geräumig mit 112
Sitzplätzen ausgestattet und größere Bordküchen eingebaut. Die MD-88
ermöglichten der Fluggesellschaft u.a., die neu eingerichteten Linienkurse
ab Milwaukee nach Kalifornien nonstop durchzuführen. In dieser Zeitphase
stellten die beiden MD-88 den mit Abstand größten Flugzeugtyp in der von
DC-9-10 und DC-9-30 dominierten Flotte dar. Midwest Express etablierte sich
erst 1984 mit DC-9-10 und konnte innerhalb weniger Jahre ihren Ruf als
Fluggesellschaft mit Service (Slogan "The Best Care In The Air") aufbauen
und festigen.
MD-88/Courtesy: Midwest Express/Midwest
Airlines
Acht weitere MD-81
Ab
1998 übernahm Midwest Express acht MD-81 von der Japan Air System; es folgte
im Februar 2000 noch eine weitere MD-81, die ehemals bei der SAS im Einsatz
stand.
Einige MD-81 wurden (für die längeren Strecken an die Westküste der USA) auf
MD-82-Standard aufgerüstet. Alle MD-81 und MD-82 bieten 116 Passagieren
Platz. Die Fluggesellschaft hat sich nach einer sehr langen
Evaluierungsphase für die 717 als Ergänzung und späteren Ersatz ihrer
betagten DC-9-10/-30-Flotte entschieden.


Midwest Express MD-82 mit
modifiziertem Farbschema/Courtesy
and Copyright: md80design
Die MD-80 sollten auch weiterhin eingesetzt werden, obwohl Midwest Express
auch in guten Zeiten zeitweise Probleme hatte, die gegenüber ihren
DC-9-Serien deutlich größere Kapazität der MD-80-Serie sinnvoll auszulasten.
Insgesamt sollten 50 717-200 an die Midwest Airlines ausgeliefert werden.
Eine der zwei MD-88 von Midwest Express, die seit 2003
als Midwest Airlines operiert/Courtesy: Michael Carter
Dieser Plan wurde aber wieder verworfen und es kamen nur die 25 fest
bestellten Boeing 717 zur Auslieferung. Außerdem kam es zu einer
Produktdifferenzierung: Während der bekannte Servicestandard als "Signature
Service" weiterhin angeboten wird, so werden einige MD-82 und MD-88 mit
einer normalen Standardbestuhlung unter der Bezeichnung "SkySaver"
eingesetzt.

Midwest Airlines MD-81/
Courtesy
and Copyright: md80design
Aus Midwest Express werden
Midwest Airlines
Ab 01.01.2003 firmiert Midwest Express unter der neuen Bezeichnung Midwest
Airlines. Als Hauptgrund wurde bekannt, dass man die Bezeichnung "Express"
in den USA mit einem Regionalzubringer assoziieren würde und somit der alte
Name nicht der Realität entsprach. Mit der Namensänderung wurde auch ein
neues Farbschema und ein neues Logo eingeführt.
Bedienung
verschiedener Märkte
Die Fluggesellschaft
forcierte Ende 2002 die Gründung einer Low-Cost-Division ("Skysaver"),
die mit MD-80 der Muttergesellschaft ihre Dienste anbieten sollte. Hierbei
sollte ein Teil der MD-80 mit normaler Konfiguration eingesetzt werden und
hier primär touristische Ziele in Florida/USA etc. effizienter bedient
werden. Gleichzeitig hielten Midwest Airlines an ihrem Kerngeschäft als
Gesellschaft für Geschäftsreisende fest. Es erschien aber so, dass Midwest
Airlines ihr Serviceangebot in dieser Zeitphase insgesamt merklich
reduzierte und dies in allen angebotenen Märkten. Die Folgen nach dem
11.09.01 erschütterten auch Midwest Airlines und die Flottenerneuerung durch
Lieferung von Boeing 717 als Ersatz der DC-9-Flotte führte zu sehr hohen
finanziellen Belastungen.
Finanzielle
Probleme
Midwest Airlines konnte im Herbst 2003 trotz massiver finanzieller Probleme
einen Konkurs abwenden. Die generell schwache oder veränderte Nachfrage nach
Flügen führte zu hohen finanziellen Verlusten. Im Oktober 2003 kursieren
dennoch Gerüchte, daß Midwest Airlines eventuell weitere MD-80 - hier die
Version MD-83 - angeschafft werden könnten.
MD-80 sollen ersetzt werden
Das traditionelle Geschäft von Midwest Airlines hat sich in den letzten
Jahren verändert und ihr Augenmerk sich auch auf andere Geschäftsbereiche
verstärkt verlagert. Einerseits wurde das Regionalgeschäft der
Tochtergesellschaft "Skyways" ausgebaut und gefestigt und das Einsatzprofil
des Großteils der MD-80-Flotte hat sich zumeist auf "Skysaver"-Flüge
verschoben. Nur wenige MD-80 sind für traditionelle "Signature Services"
eingeplant. Finanzielle Probleme plagten Midwest Airlines und die Tatsache,
daß es zunehmend sehr schwer wurde und weiterhin ist, sich als
selbstständige Fluggesellschaft mit derartigem Profil und Umfeld zu
behaupten. Ungeachtet dieser Probleme machte Midwest Airlines aber in den
letzten Jahren mehrfach deutlich, daß man flottenpolitisch nach einem Ersatz
der MD-80 suchen würde. In der Fachpresse wurden hier Airbus A320 oder
Boeing 737NG genannt. Zwei MD-81 wurden unterdessen verkauft, da man diesen
Flugzeugtyp "weder auf Skysaver- noch Signature Services optimal einsetzen
konnte".
Zwei weitere MD-88
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Im Dezember 2006 überraschte Midwest Airlines mit der Erklärung, daß man
zwei MD-88 anmieten würde. Dadurch würde sich die MD-80-Flotte von elf auf
13 Flugzeuge erhöhen. Die MD-88 sollen für den weiteren Ausbau der
Skysaver-Flüge verhelfen. Die gute Reichweite der MD-88 und ein akzeptables
Nutzlast-/Reichweitenverhältnis ermöglichen Midwest Airlines, ab Milwaukee
nonstop nahezu die Bereiche der USA (ausgenommen Hawaii und Alaska) bedient
werden können. Ab Mitte 2007 sollen die beiden zusätzlichen MD-88 in die
bestehende Flotte eingeführt werden. Gerüchte besagen, daß diese beiden
Flugzeuge nur für einen eher kurzen Zeitraum geleast sind und nur eine
Interimslösung bis zur Lieferung eines Ersatzmusters der MD-80 darstellen
werden. Midwest Airlines nimmt an, daß die beiden zusätzlichen MD-80 40 bis
50 Millionen US $ zusätzliche Einnahmen genieren werden.
Mittelfristig war aber offiziell
weiterhin geplant, einen Ersatz der MD-80-Flotte einzuführen.
Midwest
Airlines legt Signature Service und Saver Service zusammen
Midwest Airlines entschlossen sich, ihre beiden Produkte
„Signature Service“ und „Saver Service“ zusammenlegen. Bis Herbst 2007
sollen alle MD-80 und bis Mitte 2008 die gesamte Boeing 717-Flotte neu
konfiguriert werden.
Die neuen Konfigurationen sehen für die MD-80
eine Bestuhlung von 12 Signature-Sitzen und 132 Saver-Sitzen (also insgesamt
144 Sitzplätzen) vor, während die Boeing 717 in Zukunft mit 40 Signature-
und 59 Saver-Sitzen (also insgesamt 99 Sitzplätze) unterwegs sein sollen.
Dieser Schritt wird dazu führen, dass der Sitzplatzabstand bei den
Singnature-Sitzreihen sich weiter erhöht, aber die Gesamtanzahl sich
zugunsten einer Saver-Klasse reduzieren wird. Midwest Airlines verwies aber
darauf, dass sich der Gesamtkomfort trotz dieser Änderung nicht
verschlechtern, sondern verbessern wird und dies für alle Fluggäste. Die
Erhöhung der Kapazität bei der Boeing 717 von 88 auf 99 Sitzplätze soll in
mehrfacher Hinsicht Vorteile bringen. Midwest Airlines können auf stark
nachgefragten Strecken eine erhöhte Kapazität anbieten und verlorene
Marktanteile wieder gewinnen, die Erhöhung der Kapazität um jeweils 12,5 %
pro Flugzeug wird die Kosten pro Passagier um weitere 6,3 % senken.
Passagiere, die auf 717-Flügen den vollen Tarif zahlen, werden automatisch
in den Genuss des Signature Service kommen, auf MD-80-Flügen wird dieser
Service gegen einen kleinen Aufpreis erhältlich sein. Weiterhin werden die
MD-80 wahrscheinlich eher auf längeren Flügen eingesetzt, wo primär Urlauber
die Klientel stellen.
Gesamte MD-80-Flotte wird
abgestellt

Midwest Airlines bestätigten am 20.06.2008
zuvor kursierende Gerüchte über eine vollständige Stilllegung der gesamten
MD-80-Flotte.
Diese Maßnahme wird die
Flottengröße um knapp 30% reduzieren und die mögliche Entlassung von 25%
des Flugpersonals bedeuten. Midwest Airlines-Sprecher Michael Brophy soll
gesagt haben:
"(the MD-80) is a very fuel inefficient airplane and at the
cost of fuel today it's just become economically infeasible to operate
these planes."
Midwest Airlines setzen
aktuell nach mehrheitlichen Angaben 12 MD-80 ein. Unbestätigten -
aber zahlreichen Meldungen nach - sollen sich Midwest Airlines aktuell in
sehr schwierigen finanzieller Situation befinden. Ein Teil der derzeit mit
MD-80 durchgeführten Flüge soll mit Boeing 717 durchgeführt werden, wobei
dies durch eine Ausdünnung des derzeitigen Boeing 717-Einsatzprofils
erfolgen soll. Gleichwohl wird aber die Entfernung von 12 Flugzeugen
dramatische Auswirkungen auf den Flugbetrieb und die Mitarbeiterzahlen
haben, da knapp über 30% der Gesamtkapazität wegfallen wird.
Midwest in großen Problemen?
Es darf angemerkt werden, dass
es widersprüchliche Meldungen darüber gibt, inwieweit die Maßnahme von
Midwest Airlines etwas mit der "Unwirtschaftlichkeit" der MD-80 zutun hat
und wie stark die Entscheidung möglicherweise als verzweifelter Versuch
zur Rettung des Unternehmens gesehen werden könnte?
Es erscheint legitim, dass die
MD-80 nach heutigen Maßstäben und unter aktuellen Umständen durch ihren
höheren Kerosinverbrauch Kopfzerbrechen erzeugen könnte. Gleichzeitig
ergeben sich aber berechtigte Zweifel, ob Midwest Airlines in ihrer
derzeitigen Situation mit moderneren Flugzeugen tatsächlich in einer
wirtschaftlich besseren Situation wären. Es existieren zumindest Indizien,
dass Midwest Airlines Probleme haben, Ihr Gesamtprodukt wirtschaftlich
anzubieten.
Je
nach Bedarf werden zwei bis
drei MD-80 von Midwest für Linienflüge zu Ferienzielen eingesetzt, die
anderen neun MD-80 zumeist auf normalen Linienflügen, die sich teilweise
durch eine relativ große Streckenlänge auszeichnen. Das Einsatzprofil der
MD-80 bei Midwest Airlines trug und trägt nicht zu einer Verbesserung der
Ertragssituation bei, da die Erträge pro Fluggast deutlich untere denen
der Boeing 717 lagen und liegen. Eine Maßnahme war u.a. die Erhöhung der
Sitzplatzkapazität der MD-80 von 112/116 auf 147 (bzw. 144) Sitzplätze.
Mit Boeing 737NG oder Airbus
A320 in besserer Position?
Es darf angezweifelt werden,
ob aktuell der Einsatz von Airbus A320 oder Boeing 737-800 (mit
günstigeren Kosten pro Sitzplatz/niedrigerem Kerosinverbrauch) für Midwest
Airlines aktuell günstiger wäre, da das Unternehmen für derartige
Flugzeuge erheblich mehr finanzielle Mittel aufwenden müsste und Gerüchten
nach Midwest Airlines nur noch "Barmittel für 60 Tage hätte". Es gibt
nicht wenige, die eine zweijährige Ersatzsuche für die MD-80 als zu lang
und die Anmiete von zwei weiteren MD-88 als Notlösung ansahen und sehen.
Grundsätzlich wird nicht selten die Frage aufgeworfen, ob Midwest Airlines
sich in den letzten Jahren nicht auf zu viele Märkte konzentriert hat und
nicht auf ihr Hauptgeschäft. Wieder andere meinen, dass der traditionelle
Markt mit Geschäftsreisenden und 2+2-Konfiguration nicht überlebensfähig
sei. So oder so darf man annehmen, dass der starke Ausbau der Strecken zu
Urlaubszielen mit MD-80 auch eine Form von "Notlösung" war, da - wie
weiter oben auf dieser Seite schon beschrieben - die MD-80 nur teilweise
tatsächlich effektiv auf traditionellen Routen eingesetzt werden konnte
und die einst wachsende MD-80-Flotte Überkapazitäten generierte.
Regionaljets als Ersatz?
Auch wäre der Einsatz von
Regionaljets zu Recht anzuzweifeln, da die Kosten eines 50-sitzigen Jets
unter den meisten Berechnungsgrundlagen teilweise erheblich schlechter
ausfallen als beim Einsatz einer MD-80. Gleichwohl führen Midwest Airlines
diverse Linienflüge mit CRJ durch, deren Märkte hohe Erträge erzielen und
somit die Nachteile beim Einsatz eines CRJ mehr als kompensieren und
ertragreich gestalten.
Ausmusterung bis September
2008
Unbestätigten Informationen
nach werden die zwölf MD-80 sehr zügig ausgemustert werden. Die ersten
zwei MD-80 werden im August 2008 die Flotte verlassen und schon Ende
September 2008 sollen keine MD-80 mehr eingesetzt werden. Es ist denkbar,
dass diese Ausmusterung die schnellste Reduzierung unter MD-80-Betreibern
zu werden scheint.
Unbestätigt soll am 08.09.2008
die letzte MD-80 ausgemustert werden.


Seatingchart:


Midwest Airlines ist ein Betreiber der B717. Für weitere Informationen,
klicke bitte auf das Logo:


Courtesy: Midwest Express/Midwest
Airlines






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