Der zweite Zwischenfall mit einer MD-80 in
der Flugerprobung ereignete sich am 19.06.1980 in Yuma (Arizona/USA) während
einer Landung mit simuliertem Verlust der Hydraulik. Die Besatzung verlor
die Kontrolle über ihre MD-80, als die Schubumkehr betätigt wurde. Die MD-80
schlitterte von der Piste ab und verlor dabei ihr Fahrwerk. Der Rumpf wurde
stark beschädigt. Während dieses Tests landete die MD-80 mit einer
Geschwindigkeit von ca. 320 Km/h und ohne Landeklappen und Vorflügel.
Die
Landegeschwindigkeit war somit deutlich höher, als die normale Geschwindigkeit
von ca. 225 Km/h. Wieder konnten die Ermittler keine Fehler in der Struktur oder
bei den Systemen erkennen, die vor dem Unfall bestanden. Die Crew landete mit
einem totalen simulierten Verlust der Hydraulik. Somit konnten u.a. keine
Klappen ausgefahren, das Anti-Skid-System nicht benutzt und die Kraftverstärker
für die Ruder nicht verwendet werden. Ziel dieses Tests sollte der Beweis sein,
daß die Super 80 auch ohne Hydrauliksystem landen kann. Während die MD-80 nach
links von der Piste scherte, versuchten die Piloten, mit der rechten
Fahrwerksbremse diese Bewegung nach links zu stoppen. Durch die Betätigung der
rechten Bremse platzten die Reifen des rechten Hauptfahrwerks und die MD-80
bewegte sich dadurch nach rechts. Jetzt betätigten die Piloten die linke Bremse
des Hauptfahrwerks. Dadurch platzten auch hier die Reifen. Danach verloren die
Piloten völlig die Kontrolle über ihre MD-80 und sie schlitterte von der Piste.
Dabei verlor die MD-80 ihr Bugfahrwerk und das rechte Hauptfahrwerk, während das
linke Fahrwerk abknickte und sich in den Fahrwerkskasten verkeilte. Keiner der
Insassen wurde verletzt. Ein FAA-Pilot flog die MD-80, als sie verunglückte.
Eine Kombination von falscher Bedienung der Schubumkehr, falscher Betätigung der
Ruder, der Bremsen und der Triebwerksleistung führte zu diesem Zwischenfall. So
wurde zusätzlich zu den abwechselnd betätigten Bremsen, auch die linke und
rechte Schubumkehr je nach Drift verschieden stark hochgefahren.
Auch hier brach kein Feuer aus. Bei der Bergung der verunfallten MD-80
wurden zwei schwere Kräne angefordert und unglücklicherweise fiel ein Kran
bei der Bergung auf die MD-80 auf Höhe des hinteren Druckschotts und
„schnitt“ sich in die MD-80 in diesem Bereich von oben bis auf Höhe der
Fensterreihe ein. Dieser Unfall war für die FAA Grund genug, die
Lufttüchtigkeit der MD-80 nicht zu erteilen, bis die Ursachen dieses
Zwischenfalls nicht restlos geklärt sind. Am 21.08.1980 wurde dieser Test
(mit der dritten MD-80) nochmals und jetzt erfolgreich durchgeführt.
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