snowflake war die
Niedrigpreisabteilung der SAS und ihre Existenz war recht kurz. Nach Einstellung
dieses Konzepts verwendet SAS den Namen "snowflake" nur noch für Sonderangebote
etc..
Die Schneeflocke wird geboren
snowflake war das ambitionierte
Konzept der SAS, am wachsenden Markt der "Billigflieger" teilzuhaben und
andererseits auch eine Reaktion auf die wachsende Anzahl von solchen
Konkurrenten. Die SAS stellte der snowflake Flugzeuge und Crews zur Verfügung,
somit war snowflake faktisch eine Fluglinie mit keinen "eigenen" Mitarbeitern.
Durch eine hohe Nutzung der Flugzeuge und vereinfachte Betriebsabläufe sollte
sich aber ein Vorteil gegenüber der SAS einstellen. Die snowflake war für SAS
u.a. auch eine gute Möglichkeit, Ziele mit hohem Passagieraufkommen - aber wenig
Erträgen pro Fluggast - anzubieten. Dazu gehörten Zielorte im Balkan, aber auch
Beirut und Malta. SAS und snowflake betonten, daß snowflake auch Fremdleistungen
annehmen durfte, wenn diese unter den Kosten der SAS liegen. Somit war snowflake
z.B. nicht automatisch verpflichtet, die Bodenabfertigung von SAS in Anspruch
nehmen zu müssen.
Boeing 737-800, A321 und MD-82
Der Flugbetrieb wurde mit
179-sitzigen Boeing 737-800 aufgenommen, die - wie alle Flugzeuge - von der
SAS-Flotte transferiert wurde.
MD-82/Courtesy: snowflake (SAS)
Wenig später wurde eine erste MD-82
ebenfalls übernommen und in der Anfangsphase wuchs snowflake recht schnell mit
einer zumeist aus 737-800 und MD-82 bestehenden Flotte. Zeitweise gab es
Gerüchte, daß snowflake ihre gesamte Flotte auf die MD-82 vereinheitlichen
könnte. Wie eben erwähnt, stellte SAS die
Mitarbeiter des Flugpersonals und diese scheuten sich anscheinend nicht davor,
bei snowflake zu fliegen. So soll die Arbeitsatmosphäre viel lockerer bei
snowflake gewesen sein und abends war man immer wieder zu Hause (keine Übernachtungen an
Zielorten). Um der Nachfrage gerecht werden zu
können, stellte SAS bei Bedarf auch Airbus A321 zur Verfügung. erstaunlich ist,
daß SAS-Flugzeuge in Zweiklassen-Konfiguration bei snowflake eingesetzt wurden
und man als Passagier mit etwas Glück einen Business Class-Sitz einnehmen
konnte.
Konzept geht nicht auf
Analysten meinten, daß sich snowflake
einer Allianz der Billigtöchter von Lufthansa (germanwings) und bmi british
midland (bmi baby) anschließen könnte. So könnten die Streckennetze und Angebote
abgestimmt und gemeinsam auf ihren Websites angeboten werden und die Star
Alliance hätte auch eine Allianz unter ihren Billiganbietern. Im Frühherbst 2004
wird das Unvermeidliche bekannt: SAS stellt ihr Experiment
"snowflake" ein und wird diesen Markennamen aber weiterhin für Sonderangebote
nutzen. Von Anfang an war es zweifelhaft, ob man tatsächlich mit "teuren"
SAS-Crews einfach Niedrigpreisflüge zu gegenüber SAS nur wenig reduzierten
Betriebskosten durchführen konnte. So wurden zwar die Flugzeuge (B737-800/MD-82
und A321) von SAS gestellt, aber es wurden zum Beispiel kaum Änderungen bei der
Sitzkonfiguration vorgenommen. So flogen B737-800 und A321 weiterhin mit
Business Class-Konfiguration, die Kapazität der MD-82 wurde nur minimal von 145
auf 150 erhöht. Somit wurden also SAS-Flugzeuge mit eher großzügigem
Sitzarrangement eingesetzt und nicht 189-sitzige B737-800, 220-sitzige A321 und
172-sitzige MD-80. Obwohl nicht
zwangsläufig die dichteste Konfiguration essentiell wichtig ist, so ist
es insgesamt doch wichtig, daß man möglichst mit vielen Sitzplätzen pro Flug die
Betriebskosten auf möglichst viele Passagiere verteilen kann.
Gerade im europäischen
"Billigflugrausch" ist es überaus wichtig, ein Maximum aus dem Flugbetrieb zu
generieren und dazu hätte sicherlich auch der Einsatz von nur einem Muster (hier
wäre die B737-800 mit 189 Passagieren "ideal" gewesen) und der Bereitstellung
von eigenem Personal wichtig gewesen. In der durchgeführten Form wirkte
"snowflake" eher als Ausweichraum für Überkapazitäten beim Personal und Flotte
der SAS. Die Idee war gut, daß man gerade Strecken mit hohem Aufkommen, aber
niedrigen Erträgen durch ein Produkt durchführen lässt, daß zu geringeren Kosten
operiert. Der Einsatz von bis zu drei verschiedenen Flugzeugtypen hat aber schon
den Flugbetrieb für eine Billiglinie erheblich verkompliziert.
Siehe bitte
auch:
Eine Snowflake MD-82 in
Zürich/Courtesy: Lukas Vetter
Eine Snowflake MD-82 in
Frankfurt/Courtesy: Sven Röder
Courtesy: snowflake (SAS)
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