S
outhern
Airways als profilierter Betreiber der DC-9 mit Sitz in Atlanta/USA gehörte
ursprünglich zu den sehr frühen Unterstützern der DC-9 Super 80 und trat
neben Swissair und Austrian Airlines als Kunde für vier Flugzeuge auf.
Ergänzung der DC-9-10/-30
Der
Auftragswert wurde im November 1977 mit 60 Millionen US $ beziffert, wobei
aber die Bestellung "auf Genehmigungen seitens diverser US-Behörden"
angewiesen war. Southern Airways erklärte ihre Entscheidung zugunsten der
Super 80 als Bestandteil ihres damaligen Plans, durch Flottenexpansion
den wachsenden Märkten gerecht werden zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt boten
Southern Airways 64 Ziele in den USA und in der Karibik an und die große
Mehrheit wurde mit Flugzeugen der Muster DC-9-10 und DC-9-30 bedient.
Sehr wenige Informationen liegen mir über die weiteren Vorgänge vor. Sicher
scheint höchst wahrscheinlich zu sein, dass es ein Grundsatzproblem gab: die
Super 80 sollte mit zwei Piloten geflogen werden, aber die Piloten von
Southern Airways (?) unter Einfluss der Pilotenvereinigung ALPA auf einen
Einsatz mit drei Cockpitmitgliedern beharrten. Die
Pilotenvereinigung ALPA forderte weiterhin ein drittes Mitglied für das Cockpit
der Super 80. Die
Flugtests ergaben aber, daß die Arbeitsbelastung um ca. 25 % NIEDRIGER sei als
bei der DC-9, ein Flugzeug mit zwei Besatzungsmitgliedern im Cockpit.
Southern
Airways war in dieser Phase ein sehr wichtiger und prominenter Betreiber der
DC-9. Ein Großteil des Flugbetriebs stützte sich auf dieses Muster und im
Südosten der USA waren Southern Airways durch ein engmaschiges Streckennetz
stark vertreten.
Forderung von ALPA für ein drittes Cockpitmitglied
Diese
Forderung passt aber überhaupt nicht ins Konzept von Southern Airways und
auch nicht in die Planungen von McDonnell Douglas, die forciert die DC-9-80
als Flugzeug mit zwei Piloten konzipierte. Southern Airways sah
grundsätzlich nachteilige Folgen für den Einsatz von DC-9-80 mit drei
Cockpitmitgliedern, da dies die Betriebskosten erheblich erhöht hätte. Ein
dritter Pilotensitz hätte nicht nur die Betriebskosten erhöht, sondern auch
eine massive Umgestaltung des Cockpits erfordert, da schlicht kein Platz für
einen dritten Piloten vorhanden gewesen wäre. Die FAA
erteilte der DC-9-80 die Lufttüchtigkeit am 26.08.1980 als Verkehrsflugzeug mit
zwei Piloten. Zeitgleich konnten
erhebliche Probleme wegen des Disputs mit der ALPA bis zur Zertifizierung der MD-80 geklärt werden und die MD-80 wurde somit als ein Flugzeug mit einem
Cockpit für zwei Piloten zugelassen.
Aus
Southern und North Central wird Republic Airlines
Zu
diesem Zeitpunkt gab es Southern Airways in ihrer Form gar nicht mehr, denn
1979 fusionierte Southern Airways mit der North Central Airlines zur
Republic Airlines. Republic Airlines trat wiederum als Erstbetreiber der
MD-82 auf, als man im August 1981 ihre erste MD-80 in Dienst stellte. Die
Fusion von Southern Airways und North Central Airlines legte die Basis für
die dann größte weltgrößte DC-9-Flotte, die dann nach der Übernahme von
Republic Airlines durch Northwest Orient Airlines dann Northwest Airlines
zum größten DC-9-Betreiber (inklusive einiger weniger MD-82) machte.

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