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"Tail-cone Exit" (abwerfbarer Heckkonus) Die MD-80 (und DC-9/MD-90 und Boeing 717) verfügen über einen eher untypischen, zusätzlichen Fluchtweg für den hoffentlich nie eintretenden Notfall: einen abwerfbaren Heckkonus, der mit Hilfe einer Notrutsche als Notausstieg dient. Über die lange Produktionszeit wurde das Design des Heckkonus einmal überarbeitet. Vormals ein runder Konusabschluß, wurde Ende 1987 mit Einführung der MD-87 ein platt gedrückter "Schraubenzieher-Konus" Standard bei allen Versionen der MD-80, die dann die Fertigungslinie verließen. Optional können auch ältere MD-80 mit dem neuen Konus umgerüstet werden.
Links eine MD-81 mit neuem Heckkonus, rechts eine MD-81 mit altem (runden) Heckkonus/Courtesy:? Das neue Design führte zu einer weiteren Reduzierung des Luftwiderstandes und damit zu einer weiteren Abnahme des Kerosinverbrauchs um ca. 1 %. Die Erfahrungen mit diesem Konus waren so gut, daß abgeändert dieser auch bei der MD-11 Verwendung findet, wenngleich hier der Konus keinen Fluchtweg darstellt und natürlich an die Heckkontur der MD-11 angepasst werden musste. Der Heckkonus kann für Rettungsmannschaften von außen durch einen Auslösemechanismus geöffnet werden, falls dies nicht von innen geschieht. Ein rotes Feld weist auf die Öffnungsvorrichtung hin (siehe unteres Bild). Der Heckkonus wiegt 34 Kg. Der Ausgang hat sich im Notfall bewährt, wird aber nicht verwendet, wenn eine MD-80 eine Notwasserung vornehmen würde oder absehbar ist, daß die Konusöffnung durch ein beispielsweise eingeknicktes Bugfahrwerk zu hoch liegt.
Oben: Iberia MD-88, Auslösevorrichtung für Rettungsmannschaften befindet sich auf der anderen Seite, aber es wird auch auf der rechten Seite auf diesen Ausgang aufmerksam gemacht. Der hintere Ausgang ist gleichzeitig auch ein Druckschott und Bestandteil des Druckschotts. An der Tür befindet sich keine Notrutsche, sondern da wo man es vermuten würde, zwei Klappsitze für Flugbegleiter. Der Ausgang öffnet sich nach innen in Richtung der hinteren rechtsseitigen Toilette und gibt den Weg zur Hecktreppe und im Notfall auch den Fluchtweg zum abwerfbaren Heckkonus mit Notrutsche frei. Hecktreppe im "Normalbetrieb"/Courtesy: Jeff Bigelow Im Notfall muß aber an der Tür, neben dem normalen Hebel für das reguläre Öffnen und Schließen, ein zusätzlicher Hebel bewegt werden (versteckt hinter einer Plastikklappe über dem Türhebel), damit die schräge Abdeckung über dem Ein-und Ausstiegsbereich der Hecktreppe sich loslöst, fällt und eine Rampe über die Stufen der eingefahrenen Treppe bildet. Hier ein Foto, daß den Bereich des Fluchtweges aus der Sicht des geöffneten Heckkonus in Richtung Kabine zeigt. Der gelbe Gegenstand ist der Behälter der Notrutsche, die Rampe mit dem Pfeil ist die Kabinendecke des Heckausgangs, der sich im Notfall löst und nach unten fällt und somit den Fluchtweg freigibt. So wird die Decke ein Boden. Würde man jetzt im Notfall nicht an Flucht denken, dann würde man das Innenleben der Hecksektion einer MD-80 mit ihren Schläuchen, Verstrebungen, Isolierungen und Rumpfspanten gut sehen können. Diese Rampe ist mit (meistens roten) Fluchtweg-Pfeilen versehen und führt ansteigend zum Heckkonus. Hier dient die Decke als Rampe und dient als Fluchtweg zum (geöffneten) Heckkonus./Courtesy: Jeff Bigelow Falls sich bis dahin der Konus noch nicht gelöst hat, dann kann man manuell den Konus entsichern und der Konus fliegt durch ihre vier zusammen gedrückten Metallfedern 7 m weit weg. Der Konus soll immer nach links fallen. Der Konus ist so geformt, daß er immer aus dem Bereich der entfalteten Notrutsche rollt. Das gilt sowohl für den alten runden, zugespitzten Konus, wie auch für das zusammengedrückte "Schraubenzieher-Modell". Die in einem Behälter zusammengefaltete Notrutsche wird dann durch eine Leine aktiviert und fällt aus der Hecköffnung und bläst sich innerhalb von wenigen Sekunden auf und dient dann als Rettungsweg. Bei weniger schlimmen Notlandungen und Bauchlandungen kann unter Umständen auf die Notrutsche verzichtet werden und die Treppe oder die nahe am Boden befindliche Öffnung dann als Fluchtweg dienen. Der hintere Ein- und Ausstieg wirkt selbst beim regulären Boarding weniger einladend, weil es eher einem Korridor gleicht. Man wird dann aber entschädigt, wenn man dann die Kabine betritt, die sich dann in voller Länge präsentiert.
Hier noch mal schematisch vereinfacht die Funktion des Heckkonus als Notausgang.
Courtesy: MD-80.net
Hier kann man den Bereich des abwerfbaren Heckkonus sehr gut sehen. Man beachte den grünlichen Heckkonus und den gelben Notrutschenbehälter sowie die Auslösevorrichtung (rechts neben dem Geländer)/Courtesy: ?
Dieses Foto entstand nach der Evakuierung einer MD-83 der Spanair.
Bei dieser Evakuierung einer MD-82 der Continental Airlines konnte die hintere Notrutsche nicht genutzt werden, obwohl diese aktiviert wurde. Dies erschien auch logisch, da durch die finale Position des Flugzeugs der hintere Ausgang viel zu hoch lag.
Oben: Flugbegleitertraining auf dem Muster MD-80 bei der PSA. Hier wurde aus praktischen Gründen der abwerfbare Heckkonus so verändert, daß er nach Aktivierung nach oben klappt, denn es wäre müßig, nach jeder Evakuierung den Heckkonus wieder zu montieren...
Unten: Grafische Darstellung der außen zur Verfügung stehenden Öffnungsvorrichtung für Rettungsmannschaften./ Courtesy: Boeing
Foto: "Flight Attendant"/ MD-83, Jetsgo/ Die Hecktür einer MD-80 im geschlossenem Zustand. Rechts schließt sich eine Galley-Einheit an, links eine Toilette. Falls ich mich nicht irre, dann stammt der sichtbare graue Sitz mit Farbmuster von United Airlines?
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