Jede Boeing 717 wird
exklusiv durch je zwei Rolls-Royce Deutschland (früher BMW Rolls-Royce) BR715
angetrieben.
Die Entwicklung der
BR700-Familie wurde durch BMW und Rolls-Royce 1990 beschlossen. Das BR715 konnte aus
den Erfahrungen des Rolls-Royce "Trent" profitieren. Die Auslegung des
B717-Antriebs beruht auf bewährte Materialien, wobei aber Hochtechnologie zum
Einsatz kommt. Bei der BR715 wurde
besonders viel Wert auf Umweltverträglichkeit und geringen Kerosinverbrauch
geachtet. Es sollte außerdem sehr leicht zu warten sein und zuverlässig laufen. Das BR715 sollte
günstiger im Verbrauch sein als alle verfügbaren Triebwerke für Flugzeuge dieser
Klasse und ähnlich günstige Wartungskosten wie das Rolls-Royce "Tay" (zum
Beispiel der Antrieb für die Fokker 70 und Fokker 100) aufweisen.
Courtesy: Rolls-Royce Deutschland
Das BR715 gehört zu
den so genannten "High-bypass" -Triebwerken und das erste Exemplar konnte am
28.04.1997 hochgefahren werden. Beim Design konnte auf
die Erfahrungen von Rolls-Royce gesetzt werden und schnell stellte sich heraus,
daß das Triebwerk gegenüber Fremdkörpern ohne großen Schaden reagiert. Die
Betriebstemperaturen wurden auf einem "konservativen" Niveau gehalten. Damit
sollte die Lebensdauer enorm gestreckt werden. Die Modularbauwiese erlaubt es,
daß 31 % aller Komponenten eines BR715 innerhalb von 15 Minuten ausgewechselt,
67 % aller Bauteile innerhalb von 30 Minuten ersetzt und ein ganzes Triebwerk
innerhalb von 60 Minuten ausgetauscht werden kann. Die untere, geöffnete
Triebwerksverkleidung dient als Wartungsplattform für zwei
Wartungstechniker + Werkzeug. In der Erprobung
stellten sich Probleme ein. Es kam zu Ermüdungsrissen an Fanschaufeln und der
Erstflug der B717 wurde verschoben. Das BR715 wurde überarbeitet und die
Defizite ausgeräumt. Mit einer Verspätung
von ca. 3 Monaten konnte die erste B717 mit dem BR715 ihren Erstflug am
02.09.1998 absolvieren und es zeigte sich sehr schnell, daß das BR715
überaus leise ist und der Kerosinverbrauch unter den Werten lag, die errechnet
wurden. Das BR715 kann unter
Standardbedingungen (Meereshöhe und + 15 Grad Celsius) je nach Option einen Schub
zwischen 82,89 kN und 93,41 kN leisten.
Impulse Airlines ließ
die Triebwerke ihrer B717 auf 80 kN drosseln. Dadurch werden Triebwerke noch
mehr geschont. Die stärkere Option
mit einem Schub von über 93 kN war für die MD-95-50 vorgesehen und würde bei der
B717-300 verwendet werden. BMW Rolls-Royce war in
den Wirren der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing in einer ebenfalls
kritischen Situation. Das BR715 hatte nur die MD-95 als Kunden gefunden und
somit war BMW Rolls-Royce beunruhigt, nachdem ValuJet ihren Flugbetrieb
("freiwillig" nach einem Absturz im Mai 1996) einstellte und es nicht sicher war,
ob die Bestellung für 50 MD-95-30 und 110 BR715-Triebwrke sicher war. McDonnell
Douglas arbeitete aber intensiv mit ValuJet zusammen, denn es hing mehr oder
weniger das gesamte MD-95-Programm an der Erstbestellung von ValuJet. Eine
Stornierung wäre ein herber Rückschlag gewesen. Das BR715 kann aber
ihre Leistung jeden Tag an der B717 zeigen. Obwohl es kurz nach Einführung der
B717 eine Dringlichkeitsdirektive von der FAA gab, den den Austausch von
bestimmten schaufeln nach einer bestimmten Flugstundenanzahl/ Flügen forderte,
konnte auch hier der Triebwerkshersteller alle Betreiber beruhigen und
modifizierte das BR715 und ersetzte die schadhaften Teile.
Das BR715 hat sich
bisher bestens bewährt und trägt unmittelbar zum hervorragendem Einsatzprofil
der B717 bei.
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Courtesy: Rolls-Royce Deutschland

Courtesy: Boeing




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