


MD-80 im neuen Farbkleid/Courtesy
and Copyright: md80design
Mir ist sehr wenig über diese
kolumbianische
Fluglinie bekannt, die u.a. mit ATR42 bisher ihren Flugbetrieb bestritten haben
soll und für weitere Expansion eine erste MD-81 übernahm. Wenig später änderte
man auch den Airline-Namen von "West Caribbean Airways" in "West".
Im Sommer 2005 wird gemeldet, daß
"West" ihren Flugbetrieb einstellen musste, da die kolumbianischen Behörden die
finanzielle Situation dieser Gesellschaft als unzureichend ansahen und die
Flugbetriebslizenz entzogen wurde. Kurz danach flog West Caribbean Airways aber
wieder und am 16.08.2005 stürzte eine MD-82 mit 160 Menschen an Bord ab, wobei
es keine Überlebenden gab. Kurz darauf stellte West ihren Flugbetrieb ein.
Die Unfalluntersuchung ergab
bislang, daß eine Kombinationen von Fehlern der Cockpitbesatzung und schlechte
Wetterbedingungen zu dem Unglück geführt haben. Die Untersuchung stellte fest,
daß
- die MD-82 um ca.
2,5 Tonnen
überladen war
- das Flugzeug zusätzlich
unsachgemäß getrimmt war
und dadurch sich schwerfällig bewegte
- im Reiseflug Zonen mit Gewittern
mit
starker Vereisung
durchflog und die Triebwerke vereisten, möglicherweise auch die Tragflächen von
Vereisung betroffen waren und die Leistungsfähigkeit des Flugzeugs stark abnahm.
Der Co-Pilot forderte die Aktivierung der Enteisung, aber der Kommandant
reagierte nicht darauf. Die Besatzung beantragte eine geringere Reisehöhe.
- letztlich verlor die Besatzung die
Kontrolle über ihr Fluggerät, nachdem das Flugzeug an Höhe verlor und die
Besatzung den Autopiloten abschaltete (dieser hielt das Flugzeug mit zunehmenden
Problemen noch stabil)
- nach der Deaktivierung "stallte"
die MD-82 und schlug 50 Sekunden später auf.
Mit der Untersuchung wurde der
Einfluss von Vereisung am Flugzeug wieder Thema. Untersuchungen ergaben, daß
generell bei starker Vereisung der Tragflächen der Auftrieb um rund 30 bis sogar
50% reduziert werden kann und sich dies sehr negativ auf die Leistungsfähigkeit
und Fluglage des Flugzeug auswirkt. Auch wurde erwähnt, daß das zusätzliche
gewicht des angesammelten Eises negative Auswirkungen auf das Flugverhalten
hätte.
Es besteht die Annahme, daß die
Besatzung der MD-82 ihrem Flugzeug mehr Leistungsfähigkeit abverlangten, als
dies technisch möglich war. So ist bekannt, daß schwer beladene MD-80 (in diesem
Fall überladen) sich eher sehr mühsam oberhalb von 29000-31000 ft halten können
und erst auf die ideale Reiseflughöhe steigen, wenn ausreichend Kerosin
verbraucht worden ist (Gewichtsverringerung). Die bisherige Untersuchung ergab,
daß bei aktivierter Enteisung das Flugzeug nicht in die unkontrollierte Fluglage
gekommen wäre und der Verdacht besteht, daß auch die Enteisung der Pitotrohre
nicht eingeschaltet war und möglicherweise falsche Parameter angezeigt wurden.

Siehe bitte
auch:



Courtesy:
West

Courtesy: West?

Courtesy: West?

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MD-80 im vorherigen Farbkleid/Courtesy
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Typischer MD-80-Charme! Courtesy: Carlos
Porto Casalderry

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